Welche Veranlagung im Jahr der Eheschließung wählen?

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Welche Veranlagung im Jahr der Eheschließung wählen?

Hallo,

mal ne Frage:

Meine Frau und ich waren bis Dezember 2007 als "ledig" geführt und haben 3 gemeinsame Kinder. Wir haben nie ans Heiraten gedacht (ich hab halt richtig gut in die Staatskasse nach Berlin einbezahlt, anhand von saftigen Lohnsteuern, aber nun haben wir im Dezember doch geheiratet - danke für die Glückwünsche...).

Ich bin "Alleinverdiener", die Frau arbeitet zur Zeit nicht (im Prinzip 10 Jahre Erziehungsurlaub) und sie mußte dadurch auch keine Einkommenssteuererklärungen abgeben. Lediglich ich. Jetzt kommt's:

Auf dem Formular "Einkommensteuererklärung", steht unter der Zeile 19, welche Veranlagung gewählt werden soll.

Welche Veranlagung muss ich denn jetzt wählen, bzw. dort ankreuzen? Irgendwelche Freibeträge haben wir nicht.

1.) Zusammenveranlagung?
Wenn ich dies hier ankreuze, was muss ich denn als Verdienst meiner Frau angeben, wenn sie doch eh 0,00 Euro verdient? Kann ich alle Felder dann unter der Rubrik "Ehefrau" freilassen oder mit der Zahl "Null" eintragen?

oder

2.) Getrennte Veranlagung?
Wenn ich dies hier ankreuze, muss die Ehefrau bei der "Getrennten Veranlagung" automatisch auch eine Einkommensteuererklärung abgeben, owohl sie ja eh 0,00 Euro verdient? Wartet dann das Finanzamt solange mit dem Bescheid ab, bis die Frau eine Steuererklärung von sageundschreibe 0,00 Euro abgegeben hat?

oder

3.) Besondere Veranlagung für das Jahr der Eheschließung?
Was habe ich hier für Vorteile? In "google" steht nur,das man das ganze Jahr wie ein Single behandelt wird, das Steuervorteile bringen soll.
Ja welche Steuervorteile denn, wenn doch die Ehefrau nix verdient hat?

4.) Was passiert, wenn ich gar nix unter der Zeile 19 ankreuze?


Lange Rede, kurzer Sinn:
Was ist für mich das Beste, um Steuern zurückzuerhalten?
Was muss ich bei der Veranlagerung ankreuzen? (bitte berücksichtigen, dass die Frau keine Lohnempfängerin ist und nix verdient)



von GeorgW am 03.01.2008 01:05
Status: Frischling (4 Beiträge)
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Welche Veranlagung im Jahr der Eheschließung wählen?
Hallo,

[quote=GeorgW]
Was ist für mich das Beste, um Steuern zurückzuerhalten?
Was muss ich bei der Veranlagerung ankreuzen?[/quote]
Vermutlich ist die Zusammenveranlagung die günstigste Wahl.
Wenn Sie so viele Lohnsteuern bezahlen, können Sie dann nicht vielleicht dieses eine Mal einen Steuerberater leisten? Der Ihnen dann auch für die Richtigkeit haftet.
Haben Sie die letzten Jahre Unterhaltsleistungen an Ihre damalige Lebensgefährtin steuerlich angesetzt? Kinderbetreuungskosten? Haushaltsnahe Dienstleistungen? ...

Gruß

Lumo




von Lumo am 03.01.2008 09:57
Status: Legende (303 Beiträge)
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Welche Veranlagung im Jahr der Eheschließung wählen?
@ Lumo


Hallo,

danke für die ersten Infos. Habe mich wahrscheinlich doch falsch ausgedrückt. Ich habe keine Unterhaltszahlungen, usw.

Ich galt bis Dezember 2007 als Ledig mit Lst.-Klasse 1
Meine Frau galt bis Dezember 2007 auch als Ledig mit Lst.-Klasse 1 (allerdings ohne Einkommen)
Der Staat teilte die Kinderfreibeträge auf der Lohnsteuerkarte auf (jeder 1,5)

Mit der Frau, mit der ich jetzt seit Dezember 2007 verheiratet bin, lebe ich schon die ganze Zeit zusammen. Wir haben auch die 3 gemeinsamen Kindern, mit dem Unterschied, dass wir halt beide fast 10 Jahre als "ledig" galten und jetzt halt vereihartet sind. Unsere 3 Kinder waren praktisch auf der Hochzeit von Mama und Papa.

Meine Frage:
In wie fern, muss ich jetzt da meine Frau bei der Einkommensteuererklärung angeben, wenn sie doch kein Einkommen hat?

Wenn ich Zusammenveranlagung ankreuze, dann will doch das Finazamt auch die Daten von meiner Frau. Sie hat ja aber nichts verdient.





von GeorgW am 03.01.2008 16:35
Status: Frischling (4 Beiträge)
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Welche Veranlagung im Jahr der Eheschließung wählen?
[quote=GeorgW]
danke für die ersten Infos.[/quote]
Bitte sehr, weitere gibt´s von mir nicht.

[quote]Habe mich wahrscheinlich doch falsch ausgedrückt. Ich habe keine Unterhaltszahlungen, usw.[/quote]

Nein, nicht falsch ausgedrückt, ich hab´s schon kapiert. Es ist genau so, wie ich befürchtet habe. Vermutlich haben Sie, um Geld für den Steuerberater zu sparen, einen ganzen Berg [b]Steuergeld[/b] verschenkt!

Wenn Sie nun weiter Geld für den Steuerberater sparen wollen, kreuzen Sie doch einfach Zusammenveranlagung an, Daten Ihrer Frau brauchen Sie nicht beifügen. Ihr Finanzamt sieht mittels Abfrage der elektronischen Lohnbescheinigungen, dass Ihre Frau kein Geld verdient hat.


Gruß

Lumo


von Lumo am 03.01.2008 17:08
Status: Legende (303 Beiträge)
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Aw:Welche Veranlagung im Jahr der Eheschließung wählen?
Hallo Georg,

leider hat Lumo mit dem "Steuern verschenken" Recht. Allerdings hättest du das auch schon günstiger als mit einem Steuerberater haben können. Im Konz 2008 steht ab der Randnummer 653 beispielsweise wie man Unterhaltszahlungen an nichteheliche Lebenspartner steuerlich richtig geltend macht. Diese Passagen gab es auch in den vergangenen Auflagen.

Ohne größere "Verrenkungen" hättest du für deine "frühere Lebenspartnerin" und jetzige Ehefrau locker jährlich 7.680 € als Unterhaltsleistungen ansetzen dürfen, denn du trägst für die Familie schließlich den Lebensunterhalt (Miete, Lebensmittel, Kleidung). Bei einem Grenzsteuersatz von 30 % wären das mehr als 2.300 € Steuererstattung im Jahr. Der Finanzminister freut sich über so viel freiwillige Zuwendungen, stellt dafür aber keine Spendenbestätigung aus.

Besorg dir doch einfach den Konz 2008 oder besser noch die Steuersoftware mit dem Buch und gib mal deine Daten und die deiner Ehefrau als Zusammenveranlagung ein. Wenn du dann auch noch auf die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen achtest (z.B. für eine Heizungswartung oder die Schornsteinfegergebühr) und die Kindergartengebühren für eines deiner Kinder geltend machst, das noch keine 6 Jahre alt ist, hat sich die Anschaffung schon gelohnt.

Leider bist du mit deinem Steurfall sehr spät ins Forum gekommen.
Aber durch die Hochzeit bist du ja noch glücklich gestimmt.
Viele Grüße
Master of Taxation

P.S.: Solltest du für das Jahr 2006 oder früher noch keine Steuererklärung abgegeben haben oder für diese Jahre noch ein Einspruch vorliegen, können Sie die Unterhaltsleistungen noch nachträglich geltend machen. Bei einer nichtabgegebenen Steuererklärung reichen Sie einfach eine Steuererklärung mit den Angaben ein.

P.P.S.: Lassen Sie bitte umgehend Ihre Lohnsteuerkarte auf die Steuerklasse III ändern. Ihr Arbeitgeber ist dann verpflichtet, diese Lohnsteuerklasse bereits beim Januargehalt zu berücksichtigen.


von Master of Taxation am 03.01.2008 20:35
Status: Praktikant (23 Beiträge)
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Aw:Welche Veranlagung im Jahr der Eheschließung wählen?
Das darf doch alles nicht wahr sein.....

Woher sollte man das auch wissen.
Der Staat zockt oder zockte nicht nur die Familien ab, sondern nimmt sich dann auch noch den Rest. Mit "Abzocken" meine ich u.a. die Einführung der Lohnsteuerklasse 2 nur noch für Alleinerziehende von 2 oder 3 Jahren und die Abschaffung der Lohnsteuerklasse 2 für ledige mit Kindern und die damit verbundene Abschaffung der Klasse 2 für ledige mit Kindern.

Ja ja, fragt sich nur wie eine Alleinerziehende mit mehreren Kindern arbeiten gehen soll....

Kein Wunder, dass die "Geburtenrate" stets immer mehr zurückgeht. Heute muss man ja "kalkulieren", ob man Kinder in die Welt setzt.

Gott sei Dank ist das bei mir nicht der Fall, dass ich einen Taschenrechner rausholen musste, um Kinder in die Welt zu setzen und mich deshalb mit Finanzen und Steuern beschäftigen muss. Und das, obwohl ich nicht die "Tausender" in meinem Portemonnaie habe. Der Staat sollte sich bei mir persönlich bedanken, dass ich künftige "Beitragszahler" in die Welt gesetzt habe, ohne auf deren Tasche zu lauern (na gut, es gibt ja als Entschädigung so was wie Kindergeld noch).

Aber trotzdem, danke für die Infos, liebe Konz-User.


von GeorgW am 04.01.2008 16:54
Status: Frischling (4 Beiträge)
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