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Frage geschrieben am 24.11.2014 18:46:33

Betreff: Besteuerung beim Verkauf von GmbH-Anteilen unter Nennwert


Rechtsgebiet: Kapitalgesellschaften
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage bzgl. der Besteuerung bei einer Veräußerung von Gesellschaftsanteilen:

Bei einer GmbH (25.000 Euro Nennwert, keine bzw. sehr geringe Gewinne) hat ein Gesellschafter seine Anteile unter Nennwert (10% Anteile für 800 Euro) an einen anderen Gesellschafter verkauft (Begründung: Er ist mit der Führung und der Ausrichtung der Gesellschaft unzufrieden und möchte kurzfristig seine Anteile abtreten).

Inwieweit müssen die Einnahmen von 800 Euro nun in der privaten Steuererklärung des Verkäufers berücksichtigt werden? Falls Steuern anfallen, in welcher Höhe? Der Verkäufer der Anteile befindet sich bereits durch andere unternehmerische Tätigkeiten in der höchsten Steuerklasse.


Vielen Dank für Ihre Hilfe!


Antwort geschrieben am 24.11.2014 22:12:42
Patrick Färber
Brunnenstr. 31, 79312 Emmendingen, Tel: 0, Fax: 0
Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Unternehmenssteuern, Steuerrecht, Steuerpflicht
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Sehr geehrter Fragesteller,

nach Ihrer Sachverhaltsschilderung wird ein Nennwert-Anteil von EUR 2.500,00 (10%) zu einem Preis von EUR 800,00 veräußert. Die Anteile befinden sich im Privatvermögen und wurden zuvor entgeltlich erworben bzw. das Kapital eingezahlt.

Aus dem Vorgang entsteht somit ein Veräußerungsverlust (Verkaufspreis minus Veräußerungskosten minus Anschaffungskosten, wenn für die Beteiligung Geld aufgewendet wurde). Dieser beträgt EUR 1.700,00.

Ein Veräußerungsverlust aus einem Verkauf einer Beteiligung >1%, die in den letzten 5 Jahren ununterbrochen gehalten wurde, kann nach § 17 Abs. 2 EStG zu 60% geltend gemacht werden (sog. Teileinkünfteverfahren).

Der Verlust in im Formular in Anlage G zu erfassen.

Ich hofffe, die Frage im Rahmen des Einsatzes vollständig beantwortet zu haben.

MfG

Patrick Färber
Steuerberater
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