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Frage geschrieben am 16.11.2014 18:50:52

Betreff: KFZ-Kurzzeitleasing


Rechtsgebiet: Selbstständige
Einsatz: € 60.00
Status: Beantwortet
Hallo liebe Steuerberaterin, lieber Steuerberater,

ich bin selbständig freiberuflich (umsatzsteuerpflichtig) tätig und habe mir im Oktober ein neues Kfz im Wege eines Kurzeitleasings (Grundvertragsdauer 6 Monate) zugelegt. Ich habe 20.000 € brutto Leasing-Sonderzahlung geleistet und zahle 6 x 350,00 € brutto Leasingrate.
Es handelt sich um einen Teilamortisierungsvertrag mit Andienungsrecht, lt. Vertrag habe ich keinen Anspruch auf Erwerb des LO, werde dieses aber sicherlich nach Ablauf der 6 Monate tun.
Der letzte Betrag wird sich auf 5580 € belaufen.

Was kann ich denn jetzt und in den Folgejahren von den Steuern absetzen?

Danke für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Ute Janas


Antwort geschrieben am 16.11.2014 20:13:11
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrte Fragestellerin

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Frage gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Ich gehe auf Grund Ihrer Schilderung davon aus, dass es sich in Ihrem Fall um eine Art Operate Leasing handelt, was dem Teilarmortisierungsleasing mit Andienungsrecht entspricht. Hier sind Sie auf Verlangen des Leasinggebers verpflichtet, das Fahrzeug zu einem bestimmten Preis zu kaufen, der bereits bei Abschluss des Leasingvertrages fest vereinbart wird. Sie tragen das Risiko der Wertminderung. Der Leasinggeber hat jedoch die Chance der Wertsteigerung, weil er sein Andienungsrecht nicht ausüben muss. Das Fahrzeug ist dem Leasinggeber zuzurechnen.

Wichtig bei allen Leasing Formen ist also demnach die Frage, bei wem das WG zu bilanzieren ist.

Das Operate Leasing ist vor allem durch eine kürzere Vertragslaufzeit als bei Finanzierungsleasingverträgenbekannt und liegt unter 40% der betriebsüblichen Nutzungsdauer. Diese richtet sich nach den amtlichen AfA-Tabellen.

Normalerweise besteht beim Operate-Leasing ein Kündigungsrecht der Vertragsparteien während oder nach der kurzen Grundmietzeit. Der Leasinggeber trägt während der Leasingzeit auch die Kosten für Reparaturen, Wartung, etc. Aufgrund dieser Gestaltung, wird beim Operate-Leasing das Leasingobjekt dem Leasinggeber zugerechnet. Sie können insoweit als Leasingnehmerin in diesem Fall die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzen.

Beim Operate-Leasing entspricht also die steuerliche Behandlung dem normalen Mietvertrag. Beim Leasinggeber wird das Fahrzeug aktiviert. Die vereinnahmten Leasingraten sind als Betriebseinnahmen zu erfassen. Bei Ihnen sind die bezahlten Raten als » Betriebsausgaben zu buchen.

Eine Besonderheit besteht bei der Leasing Anzahlung. Diese ist entweder sofort als Betriebsausgabe abzugsfähig (Einahme/Überschußrechnung gem. § 4(3) EStG) oder auf die Laufzeit zu aktivieren und zu verteilen. (Bilanzierer gem. § 4(1) oder § 5 EStG)

Der von Ihnen sodann gezahlte Restkaufpreis wäre über die Abschreibung auf die Restnutzungsdauer zu verteilen.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, stehe ich selbstverständlich gerne noch einmal zu deren Beantwortung bereit.

Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

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Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de


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