Frage geschrieben am 05.04.2009 12:02:59

Betreff: Dienstreise, Motorschaden als aussergewöhnliche Fahrzeugkosten


Rechtsgebiet: Werbungskosten
Einsatz: € 30.00
Status: Beantwortet
Ich hatte einen Motorschaden bei einer DIenstreise, VW Polo, 140000 km gelaufen, Ölwarnung beim Überholen auf der Autobahn, kein sofortiges Ahalten möglich. Motor Totalschaden, Scahden 3700 Euro.
Finanzamt argumentiert, bei einer Laufleistung von 140000 km sei Motorschaden nichts aussergewöhnlichtes. Fordert aber trotzdem Unterlagen (Bescheinigung des Arbeitgebers, Abrechnung der Reise, Nachweis über regelmäßigen Ölwechsel usw.) an.
Nachweis über regelmäßigen Ölwechsel kann ich nich erbringen (Olwechsel an Tankstelle, Quittung nicht mehr vorhanden).
Andererseits wäre ohne die Dienstfahrt der Schaden nicht entstanden, da ich sonst keine Aútobahn fahre. Nach Aussage der Werkstatt war genug Öl im Motor, was letztlich Ursache war, wurde nicht ermittelt.
Bin behindert (80 %, mit G), Fahrzeug wurde vom Arbeitsamt gefördert, incl. Umbau für mich.
Wie ist die Rechtslage?
Danke
F. Becker



Antwort geschrieben am 05.04.2009 12:47:11
Marlies Zerban
Binger Str. 51, 55218 Ingelheim, Tel: 06132 78684-0, Fax: 06132 78684-29
Steuerberatung
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes.

Die Frage nach der Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für Schäden am Pkw ist seit langem in der Rechtsprechung diskutiert.

Danach können Sie als Werbungskosten auch die Aufwendungen geltend machen, wenn der Schaden auf einer Dienstfahrt entstanden ist, nicht jedoch auf dem Weg zur Arbeit, da dies mit der Entfernungspauschale abgegolten ist.

Das Finanzamt will hier offensichtlich die Kosten deshalb nicht anerkennen, weil man Ihnen vorwirft, dass Sie "grob fahrlässig" gehandelt haben.

Dies ist jedoch nach § 9 EStG nicht zu prüfen. Entscheidend ist, ob die Kosten anlässlich eines Vorfalls bei einer Dienstfahrt entstanden sind.

Selbst wenn das Finanzamt hier die Abzugsfähigkeit danach entscheiden könnte, ob Ihnen eine Schuld für den Schaden vorgeworfen werden kann wozu auch grobe Fahrlässigkeit zählt (grobe Fahrlässigkeit bedeutet "es bewusst in Kauf nehmen, dass die Handlung eintreten kann"), ist nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt kein Anlass für ein schuldhaftes Verhalten erkennbar.

Sie sollten das Finanzamt auffordern, Ihnen die genaue Rechtsgrundlage bzw. Rechtsprechung zu nennen, auf die dort die Rechtsauffassung gestützt wird.

Danach sollten bei weiterer Ablehnung durch das Finanzamt professionelle Hilfe durch einen Steuerberater in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschafffen - mehr ist im Rahmen dieses Forums auch verständlicherweise nicht möglich. Ich kann Sie gerne weiter beraten, da auch eine Kommunikation per E-Mail, Telefax o.ä. möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen


Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

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