Frage geschrieben am 21.02.2012 14:20:18

Betreff: Angehörige finanziell unterstützen


Rechtsgebiet: Außergewöhnliche Belastungen
Einsatz: € 50.00
Status: Beantwortet
Hallo,

Ich möchte meine Mutter dauerhaft finanziell unterstützen.

Sie und mein Vater sind an derselben Adresse gemeldet, leben also offiziell zusammen obwohl sie seit 20 Jahren getrennt leben. Die Gründe für diese Seltsamkeit lasse ich mal weg. Ändern wird sich an dieser Situation nichts.

Meine Mutter wird dieses Jahr 60 Jahre alt, möchte aber nicht mehr in ihrem körperlich anstrengendem Job als Köchin arbeiten. In den Vorruhestand kann sie noch nicht gehen -- sie bekäme derzeit keine Rente weil sie weniger als 35 Jahre in die gesetzl. Rentenversicherung eingezahlt hat.

Meine Fragen:

1. Wenn ich sie finanziell mit beispielsweise 200 EUR/Monat unterstützen würde, welche steuerlichen Auswirkungen hätte das für sie und

2. für mich? Könnte ich das Geld bei der Einkommensteuer geltend machen? Wenn ja,

3. bis zu welcher Höhe jährlich?

Danke für Ihre Antwort.


Antwort geschrieben am 21.02.2012 14:53:12
Marlies Zerban
Binger Str. 51, 55218 Ingelheim, Tel: 06132 78684-0, Fax: 06132 78684-29
Steuerberatung
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Sie sind gesetzlich verpflichtet, Ihrer Mutter im Bedarfsfall Unterhalt zu gewähren. Allerdings ist auch Ihr Vater unterhaltsverpflichtet. Dies wird bei der Prüfung Ihrer Zahlungen ebenfalls berücksichtigt.

Sie können Unterhaltszahlungen als "außergewöhnliche Belastung" geltend machen, wenn Ihre Mutter keine ausreichenden Einkünfte erzielt. Dabei werden die Einkünfte Ihrer Mutter, soweit sie jährlich Euro 624 übersteigen, auf die Unterhaltszahlungen angerechnet.

Um genauer überprüfen zu können, ob Ihre Leistungen an Ihre Mutter sich steuerlich auswirken, muss man genau wissen, wie hoch die Rente Ihrer Mutter ist und wie hoch der Unterhalt des Ehemannes, also Ihres Vater angesetzt wird.

Sollte auch das Einkommen des Vaters sehr gering sein, kann es durchaus dazu führen, dass Ihre Zahlungen vollständig als Unterhaltszahlung nach § 33a EStG abzugsfähig sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen, für eine Nachfrage stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin






§ 33a EStG Außergewöhnliche Belastung in besonderen Fällen
Abs. 1

1Erwachsen einem Steuerpflichtigen Aufwendungen für den Unterhalt und eine etwaige Berufsausbildung einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegenüber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person, so wird auf Antrag die Einkommensteuer dadurch ermäßigt, dass die Aufwendungen bis zu 8 004 Euro im Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden.

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