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Frage geschrieben am 24.11.2014 12:12:06

Betreff: kein Leistungsaustausch innerhalb der EU


Rechtsgebiet: Umsatzsteuer
Einsatz: € 80.00
Status: Geschlossen
Wir sind im Fahrzeughandel tätig und beziehen EU-Neufahrzeuge. Problem ist, dass einige Hersteller seinen EU-Vertragshändlern verboten haben, Export nach Deutschland durchzuführen bzw. nur eine kleine Quote für Deutschalnd haben. Somit müssen wir unterschreibern, dass wir die Fahrzeuge in ein anderes EU-Land exportieren. Wenn wir dem EU-Vertragshändler eine Rechnung (Beträge geschwärzt) über den Weiterverkauf in ein anderes EU-Ausland vorlegen können, sprich einen Abnehmer in einem anderen EU-Land ausser Deutschland haben, kann er für uns die Fahrzeuge bestellen und uns anliefern. Was danach mit den Fahrzeugen passiert (evtl. doch später wieder in Deutschland verkauft werden) ist dem Vertragshändler und Hersteller egal. Nun haben wir folgende Gedanken. Wir kaufen über unsere Einzelfirma (Deutschland) die Fahrzeuge ein, geben an, dass wir an unsere in Frankreich ansässige SARL (wir sind keine Gesellschafter der Firma) das Fahrzeug verkaufen werden. Damit ist der EU-Vertragshändler einverstanden und informiert. Wir haben eine weitere alteingesessene GmbH in Deutschland (GmbH Gesellschafter ist zu 100% der Inhaber der einkaufenden Einzelfirma, Geschäftsführer ist eine andere Person). Diese GmbH bietet die Fahrzeuge dann in Deutschland den Endkunden zum Kauf an.
Jetzt die Schwierigkeit: Die Einzelfirma hat einen innergemeinschaftlichen Erwerb zu versteuern. Der Weiterverkauf nach Frankreich erfolgt nur auf dem Papier. Bedeutet, die Fahrzeuge werden nicht nach Frankreich (sparen der unnötigen Transportkosten und Risiken) geliefet. Die französiche Gesellschaft erhält dadurch auch nicht die Verfügungsmacht an dem Fahrzeug. Somit liegt unserer Meinung nach keine innergemeinschaftliche Lieferung vor. Zusätzlich fehlt es auch an einer steuerbaren Leistung, da die französische SARL weder den Kaufpreis bezahlt noch die Verschaffung der Verfügungsmacht erhält. Somit wäre wenn überhaupt, eine Rechnung vom Einzelunternehmen an die SARL ohne Umsatzsteuer zu erstellen, da kein steuerbarer Umsatz vorliegt nach dem UStG. Ist dieser Gedanke richtig?
Nun verkauft die SARL weiter an die GmbH in Deutschland. Muss die SARL die 19% Umsatzsteuer in Rechnung stellen? (sich in D steuerlich registrieren?) Oder ohne Steuer? Die GmbH erhält selbstverständlich die Verfügungsmacht an den Fahrzeugen inkl. Papiere und Schlüssel. Diese werden vom Einzelunternehmen im Auftrag der SARL übergeben.
Die GmbH führt beim Verkauf an inländische Kunden natürlich die 19% in den Rechnungen auf und versteuert die Umsätze mit 19%. Auf den Rechnungen die die SARL an die GmbH stellt steht der Vermerk, dass die Zahlung des Kaufpreises direkt auf das Konto der Einzelfirma (des sog. Vorlieferanten) erfolgen soll. Die Rechnung der SARL an die GmbH stellt, ist mit oder ohne 19% Steuerausweis, da die Fahrezuge natürlich die Grenze von Frankreich nach Deutschland nicht überschreiten? Ein direkter Einkauf der SARL im EU-Ausland kann aus logistischen und Kosten Gründen nicht erfolgen.Vielen Dank für Ihre Antwort.