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Frage geschrieben am 08.02.2012 11:56:12

Betreff: Änderung der Gewinnaufteilung bei einer G.B.R.


Rechtsgebiet: Unternehmenssteuern
Einsatz: € 20.00
Status: Beantwortet
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Mann und ich haben 2001 unsere GmbH in eine G.b.R. umgewandelt und hatten bis 2009 eine Gewinnaufteilung 50/50.
Da mein Mann aus Altersgründen nicht mehr in der G.b.R tätig ist, haben wir dieGewinnverteilung im Bogen "Feststellung der Gewinnaufteilung" mit 99/1 angegeben. Nun will das Finanzamt unseren Gesellschaftervertrag und einen Änderungsbeschluss mit Angabe, wann wir die Änderung beschlossen haben. Da das natürlich vor dem betreffenden Geschäftsjahres passieren muß, werde ich den 30.12.2009 angeben. Wir haben keinen schriftliche Gesellschaftervertrag, was wir m. W. nach auch nicht haben müssen - oder?. Deshalb meine Frage: kann ich dem FA mitteilen, dass wir das unter uns geregelt haben oder soll ich einen Gesellschafterbeschluss aufsetzten? Da wir gemeinsam veranlagt sind hat doch diese Änderung eigentlich keine steuerliche Auswirkung auf die Einkommensbesteuerung?
Mit freundlichen Grüßen
M.D.


Antwort geschrieben am 14.02.2012 08:00:32
Steuerberater/Dipl.Betriebswirt Ulrich Stiller
Schwabstr. 40, 71229 Leonberg, Tel: 07152/23331, Fax: 07152/22709
Steuerberatung
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Sehr geehrte Ratsuchende,

besten Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Grund Ihrer Angaben und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Es empfiehlt sich gegenüber dem Finanzamt immer, die Gewinn-und Verlustbeteiligung schriftlich zu regeln. Wenn Sie dies nicht tun, gilt die gesetzliche Regelung. Danach hat jeder Gesellschafter der GbR ohne Rücksicht auf Art und Größe seines Beitrags einen gleichen Anteil am Gewinn und Verlust, d.h. es erfolgt eine Gewinnaufteilung nach Köpfen. Dies ist in § 722 Abs.1 BGB geregelt.

Da die GbR keine eigene Rechtsperson ist, wird der Gewinn bzw. Verlust einheitlich und gesondert festgestellt. Dies bedeutet, dass die Gesellschafter in Ihre privaten Einkommensteuererklärung, die auf sie entfallenden Anteile versteuern müssen. Wenn bei Eheleuten eine Zusammenveranlagung durchgeführt wird, hat die Gewinnverteilung in der Regel keine Auswirkung, es gibt aber genügend Fälle, in denen die getrennte Veranlagung von Ehegatten günstiger ist, was gelegentlich übersehen wird. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie darauf hinweisen, dass die Zusammenveranlagung von Ehegatten ab dem Veranlagungszeitraum 2013 wegfällt und Ehegatten dann einzeln veranlagt werden.

In Ihrem Falle könnte das Finanzamt auch von einer Auflösung der GbR ausgehen, sodass sich weitere ertragsteuerliche und umsatzsteuerliche Probleme ergeben könnten. Es könnte unter Umständen Schwierigkeiten mit dem Vorsteuerabzug geben, wenn die Rechnungen auf die GbR ausgestellt sind, das Unternehmen aber vom Finanzamt als Einzelunternehmen behandelt wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen im Rahmen Ihres Mindesteinsatzes behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen


Ulrich Stiller
Steuerberater