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Frage geschrieben am 22.04.2014 22:28:08

Betreff: Abschreibung Anschaffungskosten (Hausbau) - Kauf vom Bauträger


Rechtsgebiet: Abschreibungen
Einsatz: € 20.00
Status: Beantwortet
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im Jahr 2013 einen Neubau bezogen, den ich von einem Bauträger gekauft habe. Im Rahmen der Eingabe der Daten für mein selbst genutztes Arbeitszimmer (Lehrer), stieß ich im Steuer-Programm auf folgenden Hinweis: "Die Anschaffungskosten für Grund und Boden gehören nicht zu den steuerlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten."

Ich habe das Haus jedoch von einem Bauträger gekauft. Hierbei wurde ein Gesamtpreis für Haus und Grundstück gezahlt. Auf die komplette Summe habe ich auch Grunderwerbssteuer entrichten müssen.

Kann ich daher auch hier den Gesamtpreis als Anschaffungskosten geltend machen? Ich bitte um Klärung


Antwort geschrieben am 22.04.2014 22:42:20
Patrick Färber
Brunnenstr. 31, 79312 Emmendingen, Tel: 0, Fax: 0
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen wie folgt beantworten:

Ich vermute, daß das Programm die Abschreibung für das häusliche Arbeitszimmer ermitteln will. Absetzungen für Abnutzungen können tatsächlich nur auf den "Gebäudeteil" vorgenommen werden.

Wenn Sie wie hier einen einheitlichen Kaufpreis haben, der -so verstehe ich Ihre Schilderung- im Notarvertrag offensichtlich nicht aufgeteilt wurde, dann bleiben Ihnen 2 Möglichkeiten:

- Sie nutzen eine Vorlage es Finanzamts "Kaufpreisaufteilung". Dort wird in verschiedenen Berechnungsschritten das Verhältnis von Grund und Boden und Gebäude ermittelt. Hierzu müssen Sie u.a. den Bodenrichtwert etc. in Erfahrung bringen. Im Zweifel fragen Sie bei Ihrem Finanzamt nach der Vorlage oder im Internet.

- Sie ermitteln den Gebäudeanteil im Wege der Schätzung. Da gibt es jetzt wirklich keine "Richtlinie". Es kommt auch darauf an, ob Sie eher in einer ETW mit wenig Grundstückanteil oder einem EFH mit viel Grundstück drumherum wohnen.
Ich habe es bisher so gemacht, daß ich einfach 10% bis 20% des Gesamtkaufpreises pauschal als Anteil Grund und Boden angegeben habe. Das kann so "durchgehen", kann aber auch zu Nachfragen führen.

Das liegt jetzt an Ihrer persönlichen "Risikoneigung", welche Variante Sie wählen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage so klären, dass Sie die weitere Vorgehensweise selbst entscheiden könnnen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Färber, StB

Patrick Färber
Steuerberater
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