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Frage geschrieben am 29.05.2014 21:57:26

Betreff: Absetzbarkeit von Projekttätigkeit


Rechtsgebiet: Einkommenssteuer
Einsatz: € 40.00
Status: Beantwortet
Guten Tag,

ich sitze gerade vor meiner Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2013 und komme nicht weiter und benötige daher Ihre Mithilfe. Ich benutze die Steuersoftware von WISO.

Folgender Sachverhalt:
Als Sachbearbeiter wurde ich vom 28.01. bis zum 30.08 letzten Jahres in ein Projekt in unsere Zentrale in München entsandt. Mein eigentlicher Arbeitsplatz ist bzw. war in Hannover. Ich habe lediglich Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit.

Im Rahmen der Projekttätigkeit wurde mir eine Stelle in München angeboten, die ich auch annahm.

Meine Tätigkeit in 2013 war also:
01.01-25.01 Hannover
28.01-30.08 Projektätigkeit München
02.09-31.12 München (Versetzung)

Kosten:
Hotel und Flugkosten wurden von der Firmen direkt bezahlt; auch die Kosten für Taxi / öffentliche Verkehrsmittel wurden mir erstattet.

Die ersten drei Monate bekam ich netto eine Verpflegungspauschale.
Für den Rest der Zeit wurde mir pauschal 600€ für Mehraufwandungen auf das Gehalt heraufgerechnet.

Meine Fragen:
Was ist meine regelmäßige Arbeitsstätte im Zeitraum von
a) 01.01-25.01
b) 28.01-30.08
c) 02.09-31.12
Was kann ich in dem Zeitraum steuerlich geltend machen?
Gilt die Projektentsendung als Auswärtstätigkeit?
Kann ich eine Kilometerpauschale geltend machen, unabhängig daavon wie ich angereist bin?

Ihnen vielen Dank im Voraus



Antwort geschrieben am 30.05.2014 13:21:25
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten, wobei ich einige grundsätzliche Ausführungen vorweg zum besseren Verständnis machen möchte:

Eine Auswärtstätigkeit liegt immer dann vor, wenn Sie nur „vorübergehend" fern von Ihrer Wohnung und Ihrer regelmäßigen Arbeitsstätte beruflich tätig werden (bisherige Dienstreise). Eine Auswärtstätigkeit ist nicht nur „vorübergehend", wenn anzunehmen ist, dass die auswärtige Tätigkeitsstätte vom ersten Tag an zur regelmäßige Arbeitsstätte geworden ist, z.B. bei einer Versetzung. M. E. liegt in der Projektentsendung bis 30.08.2013 so eine vorrübergehende Auswärtstätigkeit vor.

Ich gehe wie oben beschrieben somit davon aus, dass Ihre regelmäßigen Arbeitsstätte sich in Hannover befand und Ihre Projekttätigkeit bis 30.08.2013 zunächst nur vorübergehend- und eine Rückkehr nach Hannover ursprünglich geplant war. Das wäre die steuerlich günstigste Alternative.

Ab 02.09.2013 befindet sich m. E. Ihre regelmäßige Arbeitsstätte in München, da dort sodann Ihr ortsgebundener Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit lag. Ab da wäre dann zu prüfen, ob Kosten für eine doppelte Haushaltsführung vorliegen. Also die ersten 3 Monate nach Dienstreisekriterien, danach dann alle Kosten einer doppelten Haushaltsführung.

Zu den abzugsfähigen Aufwendungen zählen Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten. Die Kosten, die Ihr AG bereits übernommen hat, können Sie selbstverständlich nicht mehr geltend machen. Dies gilt auch für die erstatteten Reisekostenpauschalen. Es verbliebe zu prüfen, ob die von Ihrem AG auf das Gehalt zusätzlich bezahlten 600,-- € normal versteuerter Arbeitslohn war. Wenn ja, könnten Sie Übernachtungskosten, Kosten einer Zweitwohnung, Miete, etc. voll als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Übernachtungskosten sind die tatsächlichen Aufwendungen, die Ihnen auf Grund der auswärtigen Übernachtung entstehen. Diese Kosten wären von Ihnen nachzuweisen.

Als Fahrtkosten können Sie folgende Kosten als WK absetzen:

Fahrten zwischen Wohnung und auswärtiger Tätigkeitsstätte, zwischen Ihrer Wohnung Hannover und auswärtiger Unterkunft, Fahrten zwischen regelmäßiger Arbeitsstätte Hannover (später München) und auswärtiger Tätigkeitsstätte, Fahrtkosten für sämtliche Zwischenheimfahrten,etc.

Am günstigsten wäre es also wie bereits beschieben, wenn Ihre doppelte Haushaltsführung erst am 02.09.2013 begonnen hätte. Ich gehe dabei einmal davon aus, dass Ihr Lebensmittelpunkt und 1. Wohnsitz mit eigenem Hausstand in Hannover verblieben ist.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld
Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de



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