Diese Seiten wurden archiviert. Eine steuerrechtliche Beratung finden Sie auf den Steuerrecht Seiten von frag-einen-anwalt.de
Frage geschrieben am 24.08.2014 11:52:51

Betreff: Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen bei zwei Kreditnehmern


Rechtsgebiet: Einkommenssteuer
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Frau M möchte eine vermietete Immobilie erwerben, die teilweise fremdfinanziert werden soll. Die dabei entstehenden Schuldzinsen möchte Frau M im Rahmen ihrer Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Um bessere Kreditkonditionen zu erhalten, wird ihr Sohn S als zweiter Kreditnehmer im Darlehensvertrag berücksichtigt. Tilgung und Zinsaufwand werden jedoch ausschließlich von Frau M getragen.

Kann das Finanzamt die Anerkennung der Schuldzinsen als Werbungskosten im Rahmen der Einkommenssteuerklärung von Frau M teilweise verweigern, weil ihr Sohn S als zweiter Kreditnehmer im Darlehensvertrag eingetragen ist?


Antwort geschrieben am 24.08.2014 12:47:42
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
Bewertungen: 67 5
RSS-Feed www.frag-einen-steuerprofi.de Antworten von Ingo Kneisel als RSS-Feed abonnieren!
Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sehr gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Grundsätzliches zum Absetzen von Schuldzinsenabzug:

Nehmen z. B. Eheleute gemeinsam ein gesamtschuldnerisches Darlehen zur Finanzierung eines vermieteten Gebäudes auf, das nur einem von ihnen gehört, sind die Schuldzinsen in vollem Umfang als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung des Eigentümerehegatten abziehbar.

Nimmt eine Ehegatte allein ein Darlehen zur Finanzierung eines vermieteten Gebäudes auf, das dem anderen Ehegatten gehört, sind die Schuldzinsen nicht abziehbar, es sei denn, der Eigentümerehegatte hat sie aus eigenen Mitteln bezahlt (Anschluss an die Beschlüsse des Großen Senats des BFH vom 23.
August 1999 GrS 1/97, BFHE 189, 151, BStBl II 1999,
778, und vom 23. August 1999 GrS 2/97, BFHE 189,
160, BStBl II 1999, 782).

Analog dazu muß gelten, dass wenn Frau M das Darlehn alleine bedient, die Schuldzinsenabzug in vollem Umfang als Werbungskosten vom FA anzuerkennen sind, auch wenn Sohn S mit Darlehensnehmer ist.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld
Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de


Bewertung der Antwort vom Fragesteller

Hat Ihnen der Steuerberater weitergeholfen?

Wie verständlich war der Steuerberater?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Steuerberater?

Empfehlen Sie diesen Steuerberater weiter?