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Frage geschrieben am 01.04.2008 22:21:00

Betreff: Auszahlung Überstunden 2


Rechtsgebiet: Lohn, Gehalt
Einsatz: € 60.00
Status: Geschlossen
Sehr geehrte Steuerfachleute,

Vorwegnehmend möchte ich sagen, dass es sich bei meinem Anliegen nicht um einen Aprilscherz handelt.

In kürze steht bei „meiner Firma“ die zyklische Betriebsprüfung an. Vor einigen Tagen erreichte mich ein Anruf von der Geschäftsleitung. Hier wurde mir mitgeteilte, dass innerhalb der nächsten zwei Monate für alle Mitarbeiter alle aufgelaufenen Überstunden auf einen Schlag ausbezahlt werden sollen, damit es bei der Überprüfung keine „Probleme“ gibt.

In meinem Anstellungsvertrag findet sich kein Wort bzgl. Überstundenregelung

Pro Monat fallen so etwa 50 bis 80 Überstunden an, welche ich mir i.d.R. habe zeitnah auszahlen lassen. Seit der Entsendung nach UK aber nicht mehr.

Vor 2,5 Jahren bis aktuell bin ich von der Firma ins Empire Entsandt worden. Hier ergeben sich für mich fühlbare erhebliche Steuerliche Nachteile u.a. Ehegattensplitting, Alleinveranlagung meiner Frau in DE, usw.

Jeden Monat müssen wir, die Mitarbeiter, s.g. Monatsberichte einreichen. Hier gibt es ein Wahlrecht, ob die Überstunden ausgezahlt werden sollen oder als Freizeitausgleich genommen werden.

Aufgrund des hohen Steuersatz in UK habe ich bislang von einer Auszahlung der Überstunden Abstand genommen. Abgeltung in Freizeitausgleich ist kaum möglich, chronischer Personalmangel; u.a. schiebe ich auch noch 65 Tage Urlaub vor mir her.

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass es in den letzten 20 Jahren welche in nunmehr bei der Firma beschäftigt bin, es diesbezüglich nie Probleme gab Überstunden oder Urlaubstage
zu verrechnen bzw. zu übertragen. Es ist bislang nie irgend etwas verfallen.

Aktuell sind in den letzten 2,5 Jahren bei mir ca. 1620 Überstunden aufgelaufen. Im Fall der geplanten Einmalauszahlung kommt hier ein Betrag von Brutto ca. € 36.000,- zusammen.

Aufgrund meines Einkommens werde ich in UK mit dem Höchstsatz von 40% versteuert. Meine Sozialabgaben ca. 21 – 23% werden in DE abgeführt. Insgesamt werden mehr als 60% meines Brutto irgendwohin abgeführt. Das tut richtig weh.

Nach grob überschlägiger Berechnung bleiben mir hiervon Netto noch ca. € 15.000,- übrig, wovon ich dann auch noch Kapitalertragssteuer abführen muss. Insgesamt alles nicht sehr lukrativ.

Naturbedingt habe ich kein Interesse daran mir die Überstunden nach anzuwendenden UK Steuerrecht auszahlen zu lassen. Die Firma möchte und will jedoch diese Überstunden bereinigt haben.


Meine Frage(n):

1. Gibt es Möglichkeiten meine Überstunden vor dieser Steuer-, und Sozialabgaben Drangsalierung zu retten? Natürlich auf Gesetzlich legitimen wegen.

2. Gibt es eine Möglichkeit diese Summe Brutto=Netto z.B. Steuerbefreit in eine Altersvorsorge zu retten?

3. Gibt es eine Möglichkeit diese Summe Brutto=Netto z.B. in einen Bausparvertrag o.ä. mit Bindungsfrist einzuzahlen?

4. Gibt es eine Möglichkeit diese Summe Brutto=Netto z.B. in Wohneigentum zur späteren Altersvorsorge zu investieren.

5. Gibt es legitime, Steuerlich/Rechtlich abgesicherte Auslands Anlagemöglichkeiten?

6. Gibt es... Bitte nennen sie mir Möglichkeiten, wie ich diese Summe nahezu Verlustfrei retten kann.

Meine Erwartungshaltung ist, dass sie in der Lage sind, mir legitime Möglichkeiten aufzeigen wie ich diese Überstunden Summe nahezu Verlustfrei retten kann. Ggf. ist eine weitere Beratung außerhalb dieses Forums sinnvoll anzustreben.

Falls mein ausgelobter Einsatz unzureichend sein sollte, lassen sie es mich bitte wissen.


Ich sehe ihrer Antwort entgegen


Mit freundlichen Grüssen