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Frage geschrieben am 03.03.2014 12:45:50

Betreff: Dividendenzahlung einer schwedischen AB an eine deutsche GmbH


Rechtsgebiet: Kapitalgesellschaften
Einsatz: € 50.00
Status: Beantwortet
Guten Tag,

ich bin alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einer kleinen deutschen GmbH. Mein Wohnsitz ist Deutschland.

Geschäftszweck dieser GmbH ist das Erwerben, Halten und Veräußern von Beteiligungen an anderen Kapital- und Personengesellschaften.

Meine GmbH ist an einer schwedischen AB beteiligt, Beteiligungshöhe ca. 2%.

Diese schwedische AB plant, eine Dividende an alle Gesellschafter zu bezahlen, also auch an meine deutsche GmbH.

Frage:

1. Nach meinem Kenntnisstand fallen bei der Auszahlung der Dividende an meine GmbH Quellensteuern in Schweden an, abzuführen von der schwedischen AB, jedoch aufgrund DBA auf 15% vom Bruttobetrag der Dividende gedeckelt - ist das korrekt?

2. Läßt sich die Quellensteuer für diese Dividende auf Ebene meiner deutschen GmbH bei Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer anrechnen?

3. Wie erfolgt die Besteuerung der Dividende in Deutschland auf Ebene meiner GmbH im Zuge der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer?


Antwort geschrieben am 03.03.2014 21:29:30
Patrick Färber
Brunnenstr. 31, 79312 Emmendingen, Tel: 0, Fax: 0
Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Unternehmenssteuern, Steuerrecht, Steuerpflicht
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen kann ich auf Basis Ihrer Angaben in Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:
Die Beteiligung an der schwedischen AB (entspricht einer Kapitalgesellschaft) in Höhe von 2% stellt einen Streubesitzanteil dar. Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen:

1) Quellensteuern
Ob nach schwedischem Steuerrecht eine Quellenbesteuerung tatsächlich vorgenommen wird, kann Ihnen leider nur ein schwedischer Steuerberater sagen. Sie können aber aufgrund der Regelungen im DBA davon ausgehen, dass dies der Fall ist.
Ihre Annahme ist korrekt, dass eine „Deckelung" durch das DBA auf 15% der Bruttodividende zu erfolgen hat. Dies ergibt sich Art. 15 Abs. 2 DBA D-SWE. Die Voraussetzungen für eine privilegierte Schachteldividende (Reduktion der Quellenbesteuerung auf 5%) liegen nicht vor.
Sollte nach innerstaatlichem schwedischem Recht dennoch ein höherer (voller) Quellensteuerabzug vorgenommen werden, so regelt Art. 44 DBA, dass die zuviel erhobene Steuer im Antragsverfahren erstattet werden kann (Fristen beachten: 4 Jahre).

2) Anrechnung?
Nach Art. 23 DBA erfolgt die Vermeidung der Doppelbesteuerung bei Streubesitzdividenden im Wege des ANRECHNUNGSVERFAHRENS (keine Freistellung). Das bedeutet in der Tat, dass die schwedische Steuer auf die deutsche Steuer angerechnet werden kann. Hier ist aber eine Einschränkung zu beachten. Die Anrechnung erfolgt nur auf die Körperschaftsteuer und NICHT auf die Gewerbesteuer.
Unbenommen bleibt es Ihnen, die schwedische Steuer aber auch im Wege des Abzugsverfahrens geltend zu machen. Dies ist ein Rechenexempel, das Abzugsverfahren ist nur in bestimmten Konstellationen günstiger.

3) Besteuerung in DE
Eine Dividende einer Tochter-Kapitalgesellschaft mit weniger als 10% ist für eine Kapitalgesellschaft als Anteilseigner nach der gesetzlichen Änderung in 2013 nicht mehr zu 95% steuerfrei, sondern nun voll steuerpflichtig, § 8b Abs. 4 n.F.. Die Steuerpflicht schlägt im Übrigen auch auf die Gewerbesteuer durch. Zwar gilt im GewStG eine Mindestgrenze von 15% für Schachtelanteile, aber nach § 9 Nr. 7 GewStG gilt bei Mutter-Tochter-Verhältnissen in der EU auch die 10%-Grenze.
Sie müssen also die Dividende bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nach KStG und GewStG die Dividende in voller Höhe berücksichtigen. Die schwedischen Steuern können aber angerechnet oder abgezogen werden, aber nur von der deutschen Körperschaftsteuer.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen umfassen beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Färber
Steuerberater
post@richtig-gegensteuern.de


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