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Frage geschrieben am 21.09.2014 23:01:14

Betreff: Einmalige Sonderzahlung versteuern


Rechtsgebiet: Einkommenssteuer
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Guten Tag,

Ich bin normaler Arbeitnehmer mit einem typischen Gehalt und Steuermodell (3/5).

Von meinem ehemaligen Arbeitgeber habe ich die Auszahlung einer Prämie (4-Stellig) für einen Verbesserungsvorschlag erhalten, da dieser Vorschlag nun umgesetzt wurde. Diese Prämie ist lt. AG selbst zu versteuern, da ich für diesen AG schon einige Jahre nicht mehr tätig bin.

Wo muss dieser Betrag angegeben werden? Anlage N, Zeile 20 "Steuerpflichtiger Arbeitslohn von dem kein Steuerabzug vorgenommen worden ist"? Lt. Steuerprogramm würde dann sofort eine erhebliche Summe Steuern abgezogen. Welche anderen Möglichkeiten gibt es noch? Ggf. verteilen auf mehrere Jahre?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.


Antwort geschrieben am 22.09.2014 20:22:36
Patrick Färber
Brunnenstr. 31, 79312 Emmendingen, Tel: 0, Fax: 0
Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Unternehmenssteuern, Steuerrecht, Steuerpflicht
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage lässt sich auf Basis Ihrer Angaben nur wie folgt beantworten:

Nach meiner Ansicht ist die Auskunft Ihres ehemaligen Arbeitgebers nicht korrekt, denn es handelt sich schlicht und ergreifend um (nachträglichen) Arbeitslohn. Der Arbeitgeber muss hierauf zwingend Lohnsteuer abführen. Es spielt keine Rolle, ob Sie seit mehreren Jahren nicht mehr tätig sind.

Da er jedoch er jedoch quasi Ihre "Lohnsteuerkarte" (jetzt elektronischen Lohnsteuermerkmale) logischerweise nicht mehr hat, muss er zwingend die Lohnsteuerklasse 6 anwenden, was im ersten Schritt zu (viel zu) hohen Abzügen und einer geringen Auszahlung führt. Diese Abrechnung müsste mittels Lohnsteuerbescheinigung bescheinigt werden und dem Finanzamt elektronisch gemeldet werden.
Sie selbst geben dann diese Lohnsteuerbescheinigung in der Anlage N als (dann zusätzliche neben Ihrem aktuellen Job) Lohnsteuereinkünfte ein inklusive Steuerabzug.
Die einbehaltene Lohnsteuer wird auf die engültige Einkommensteuer angerechnet, so dass am Ende die zutreffende Steuerbelastung herauskommt.

Es handelt sich leider nicht um eine Art Abfindung oder Entschädigung, die man ermäßigt besteuern könnte. Da Sie die Prämie auch schon erhalten haben, lässt sich da nichts mehr "verteilen". Es quasi wie eine nachträgliche Prämie, die voll versteuert wird.

Wenn Sie eine solche Bescheinigung des Arbeitgebers nicht erhalten und den Betrag in der von Ihnen genannten Zeile eingeben, dann ist es (leider) plausibel, dass sich die Steuer erhöht, weil Sie die Steuer auf diesen Betrag auf einen Schlag zahlen. Erklärungstechnisch bleibt Ihnen allerdings nichts anderes übrig, als die Eintragung so vorzunehmen, wie SIe es beschrieben haben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen!

MFG
Patrick Färber
Steuerberater

Patrick Färber
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