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Frage geschrieben am 30.01.2013 11:13:26

Betreff: Erbschaftsteuer, Schenkungssteuer, Nießbrauch


Rechtsgebiet: Erbschaftssteuer
Einsatz: € 75.00
Status: Beantwortet
Ausgangslage

Vor 11 Jahren habe ich als Sohn von J 30% Anteil an einem vermieteten Mehrfamilienhaus als Schenkung erhalten. Im Jahre 2009 ist meine Mutter M verstorben aus deren Erbe habe ich weitere 10,5% Anteil am gleich Haus erhalten. Mein Vater J 76 Jahre hat ein Nießbrauchrecht auf die gesamten Mieteinnahmen seit 2000.
Zur Optimierung der Erbschaftsteuer soll nun der restliche Anteil meines Vaters von 59,5% auf mich als Schenkung übertragen werden und der Nießbrauch komplett bei meinem Vater verbleiben.
Der berechnete Ertragswert gem. BewG der gesamten Liegenschaft beläuft sich 1.200T€. Der Barwert des Nießbrauches beträgt 700T€. Sodass sich nach meiner Berechnung ein Schenkungsbetrag von (1.200T€-700T€)*59,5%=297,5T€ ergibt. Dieser ist nach meiner Überlegung steuerfrei (Freibetrag als Sohn 400T€).


Fragen:

1. Ist der Abzug des Nießbrauchs vom Gesamtwert richtig oder kann der Barwert des Nießbrauchsvorteil nur vom Eigentumsanteil von J abgezogen werden (losgelöst von der Steuerfreiheit)?
2. Ist diese Berechnungssystematik steuerfest?
3. Der Barwert des Nießbrauchs wurde gem. § 14 BewG i.V mit dem BmF Schreiben IV D 4 - S 3104/09/10001 ermittelt. In § 14 (2) Abs. 7. heißt es „Hat eine nach Absatz 1 bewertete Nutzung oder Leistung bei einem Alter von mehr als 75 Jahren bis zu 80 Jahren nicht mehr als 4 Jahre bestanden.....". Ist dieser Absatz bei einem vorzeitigen Tod maßgeblich, obwohl der Nießbrauch seit über 10 Jahre (seit 2000) besteht.
4. Wird bei einem Todesfall nach einer Schenkung (allgemein, nicht Fallspezifisch) der Freibetrag durch Schenkung+Erbteil überschritten, erfolgt dann eine Berechnung der Erschaftsteuer zeitanteilig z.B. nach 3Jahren
7/10*Schenkung+Erbteil=zu versteuernder Betrag?