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Frage geschrieben am 10.06.2014 15:17:41

Betreff: Erbteilskauf


Rechtsgebiet: Erbschaftssteuer
Einsatz: € 50.00
Status: Geschlossen
Sehr geehrte Damen und Herren,

hier meine Frage im Bereich der (Erbschaftsteuer)/ Schenkungssteuer:

zum Sachverhalt:

Kommanditist V ist zu 100% an GmbH & Co. KG beteiligt. (Komplementär GmbH mit 0%.) V stirbt in 04/2012 und vererbt seinen KG-Anteil 100% an die drei Kinder K1/K2/K3. Die Kinder führen die Personengesellschaft als Erbengemeinschaft bis Ende 2013 fort. In 01/2014 tätigt K1 einen Erbteilskauf, d.h. er erwirbt u.a. den 1/3 KG-Anteil von K3 gegen eine die Zahlung einer Abfindung von angenommen 1.000 Euro. Der Steuerwert des 1/3 KG-Anteils beträgt allerdings angenommen 75.000.

Lösungsansatz:

Für den ursprünglichen Erwerb von Todes wegen ist eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben. Jeder der drei Erben K1/K2/K3 versteuert nach seiner Erbquote mit 1/3 des Steuerwerts für das Betriebsvermögen (GmbH & Co. KG). K3 erhält keine Begünstigungen für Betriebsvermögen, da er das Unternehmen tatsächlich nicht fortführt (sondern seinen Anteil an K1 überträgt).

Bei dem nachträglichen Erwerb des 1/3 KG-Anteils durch K1 von K3 per Erbteilskauf handelt es sich um eine Schenkung unter Lebenden, da der Kaufpreis des Anteils mit 1.000 Euro deutlich unter dem Steuerwert von 75.000 des KG-Anteils liegt und K1 bzw. K3 sich darüber einig sind, dass der Anteil insoweit unter Wert und damit unentgeltlich übergehen soll.

K1 versteuert damit den Wert des 1/3 KG-Anteils (V an K1 per Erbquote) als Erwerb von Todes wegen und erhält hierfür die Begünstigungen nach §§ 13 ff ErbStG für Betriebsvermögen, da er den Betrieb insofern tatsächlich fortführt.

K1 versteuert weiter den Wert des 1/3 KG-Anteils als Schenkung unter Lebenden (K3 an K1 per Erbteilskauf) und erhält auch hierfür die Begünstigungen der §§ 13 ff ErbStG für Betriebsvermögen, da er den Betrieb tatsächlich fortführt.


Frage(n):

Ist der oben dargestellte Lösungsansatz hier so zutreffend?

Sofern sich Abweichungen ergeben sollten, ist lediglich die Beurteilung aus Sicht von K1 (ggf. K3) von Bedeutung.

Zentrale Frage ist hierbei der Erbteilskauf, d.h. ob K1 im Rahmen seines Anteilskaufs auch die steuerlichen Begünstigungen (Verschonungsabschlag, sachliche Steuerbefreiung usw.) für Betriebsvermögen (wie für seinen 1/3 Anteil nach Erbquote, denn er führt ja tatsächlich fort) erhält und ob (für die Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs im Rahmen der Schenkung) die Verhältnisse zwischen K1 und K3 maßgeblich sind (und nicht die von K1 zu V; Steuerklasse, Freibetrag usw.).

Ausführungen zu den Begünstigungen im Einzelnen sind nicht erforderlich.

Vielen Dank bereits im Voraus.