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Frage geschrieben am 17.12.2011 15:05:42

Betreff: Fahrten zum Erststudium mit Firmenwagen (Ausbildungskosten)


Rechtsgebiet: Sonderausgaben
Einsatz: € 20.00
Status: Beantwortet
Ich bin Angestellter und habe einen Firmenwagen, den ich auch privat nutzen darf. Ich versteuere ihn mit der 1 % Methode. Parallel führe ich noch ein Erststudium in einer anderen Stadt in Deutschland durch, weshalb ich 1x / Monat für ein Wochenende in meiner Freizeit zum Lernen zur Uni fahre. Kann ich die Fahrtstrecken im Rahmen der Ausbildungskosten meines Erststudiums mit € 0,3 / km ansetzen, auch wenn ich hierfür den Firmenwagen verwende (wenn ja, einfache oder doppelte Strecke?)?

Vielen Dank im Voraus!


Antwort geschrieben am 17.12.2011 16:23:11
Marlies Zerban
Binger Str. 51, 55218 Ingelheim, Tel: 06132 78684-0, Fax: 06132 78684-29
Steuerberatung
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung
unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Wenn Sie die Privatnutzung des Pkw im Rahmen der 1 % Regelung als Einnahmen versteuern, liegt eine teilentgeltliche Nutzung des Pkw vor. Die Finanzverwaltung akzeptiert hierbei,dass man die Entfernungspauschale "im Rahmen eines anderen Dienstverhältnisses", hier also die Ausbildungssituation, geltend machen kann. Die entsprechende Lohnsteuerrichtlinie ist hier abgedruckt.

Wenn Sie regelmäßig über mehrere Jahre zu der Universität fahren, stellt diese auch entsprechend eine "regelmäßige Arbeitsstätte" dar, so dass nur die Entfernungspauschale zum Ansatz kommt.


Ich hoffe, ich konnte Ihre Anfrage damit beantworten, für eine Nachfrage stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

LStR 9.10 (2) Ein Kraftfahrzeug ist dem Arbeitnehmer zur Nutzung überlassen, wenn es dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber unentgeltlich oder teilentgeltlich überlassen worden ist (> R 8.1 Abs. 9 ) oder wenn es der Arbeitnehmer von dritter Seite geliehen, gemietet oder geleast hat. Wird ein Kraftfahrzeug von einer anderen Person als dem Arbeitnehmer, dem das Kraftfahrzeug von seinem Arbeitgeber zur Nutzung überlassen ist, für Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte benutzt, kann die andere Person die Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG geltend machen; Entsprechendes gilt für den Arbeitnehmer, dem das Kraftfahrzeug von seinem Arbeitgeber überlassen worden ist, für Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte im Rahmen eines anderen Dienstverhältnisses.