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Frage geschrieben am 31.05.2014 00:43:25

Betreff: Falsch Adressierte Rechnung


Rechtsgebiet: Umsatzsteuer
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben bei einem Unternehmen für einen Kunden eine Leistung in Anspruch genommen. Bezahlt wurde diese über unsere Kreditkarte, die Rechnung wurde jedoch auf die Anschrift unseres Kunden ausgestellt. Das Unternehmen weigerte sich im nach hinein die Rechnung zu ändern. Wie muss ich die Rechnung buchen, sodass kein unrechtmäßiger Vorsteuerabzug zu Stande kommt? Was muss beim Jahresabschluss berücksichtigt werden?

Mit freundlichen Grüßen


Antwort geschrieben am 31.05.2014 08:41:17
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Wenn ich Sie richtig verstehe, haben Sie eine Leistung eines Unternehmers in Anspruch genommen, die Sie Ihrem Kunden weiterverkaufen. Der Unternehmer, der Sie beliefert hat, hat allerdings die Rechnung nicht auf Sie ausgestellt, allerdings liegt Ihnen eine Rechnung auf den Namen Ihres Kunden vor.

Ich bin der Meinung, dass Sie sehr wohl und entgegen Ihrer Schilderung einen zivilrechtlich durchsetzbaren Anspruch haben, eine neue Rechnung zu bekommen. Bekommen Sie diese nicht haben Sie haben Sie ein Problem.

Umsatzsteuer:

Gem. § 15 UStG gibt es 2 Alternativen für die Berechtigung zum Vorsteuerabzug.

1. Sie können die gesetzlich geschuldete Steuer für Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer für Ihr Unternehmen ausgeführt worden ist abziehen, wenn Sie eine nach den §§ 14 UStG ausgestellte Rechnung besitzen.

2. Soweit der gesondert ausgewiesene Steuerbetrag auf eine Zahlung vor Ausführung dieser Umsätze entfällt, ist er bereits abziehbar, wenn die Rechnung vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist.

D. h. Wenn Sie keine Rechnung vorliegen haben, die auf Ihren Namen ausgestellt ist, haben Sie keinen Vorsteuerabzug!!!

Ertragsteuern:

Wie Sie schreiben, haben Sie die Rechnung über Ihre Kreditkarte bezahlt. Wenn Sie nun keinen oder einen falschen Beleg haben, sollten Sie zusätzlich noch einen Eigenbeleg erstellen, der auch den Grund angibt, warum das so ist. Bestätigen Sie diese Angaben mit Ihrer Unterschrift und legen Sie den Beleg zusammen mit dem "falschen" Beleg Ihren Buchführungsunterlagen bei. Jetzt geht Ihnen zumindest nicht der Betriebsausgabenabzug verloren.

Tipp: Versuchen Sie, wenn es sich lohnt, einen Beleg gem. § 14 UStG zu erhalten, damit Sie sich den Vorsteuerabzug erhalten. Sie können/ müssen also den Beleg in Ihrer Buchführung und Bilanz als Betriebsausgabe, allerdings ohne Umsatz/Vorsteuer erfassen.

Ich hoffe, Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

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