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Frage geschrieben am 12.11.2012 23:00:01

Betreff: Gehaltsabrechnung und Abzüge bei Auszahlung einer Abfindung im Folgejahr


Rechtsgebiet: Lohn, Gehalt
Einsatz: € 40.00
Status: Beantwortet
Nach arbeitgeberseitiger Kündigung und Kündigungsschutzklage endete das Verfahren im Sommer 2012 mit einem gerichtlichen Vergleich. Das Arbeitsverhältnis wurde darin zum 30.09 beendet und u.a. eine Abfindung vereinbart.

Der Vergleich sieht vor, dass ich im Januar 2013 eine Abfindung von rund 113 TEUR erhalte. Die Voraussetzung für eine Zusammenballung der Einkünfte und für die Anwendung der Fuenftelregelung ist gegeben (wenn ich das ganze Jahr 2012 gearbeitet hätte, hätte mein Brutto-Jahreseinkommen nur ca. die Hälfte der Abfindung betragen).

Ich habe Steuerklasse 4. Da ich schon älter bin, kann ich noch nicht absehen, ob und wann ich wieder Arbeit finde. Falls ich in 2013 keine neue Arbeit finde, hätte ich in 2013 Anspruch auf rund 20 TEUR Arbeitslosengeld 1.

Ich hatte schon kurz mit der Gehaltsbuchhaltung meines ehemaligen Arbeitgebers gesprochen, Dabei sagte man mir, dass Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung auf die Abfindung anfallen könnten.

Das hat mich sehr gewundert und ich möchte wissen, wie diese Abfindung korrekt abgerechnet und ausgezahlt wird. Ich möchte vermeiden, unnötig viele Abzüge zu haben, die ich mir ggf. erst ein Jahr später über den LSt-Jahresausgleich zurückholen kann.

Meine Fragen konkret:

1. Ist die Aussage richtig, dass auch Sozialabgaben von der Abfindung abgeführt werden? Bisher dachte ich immer, es fallen nur Steuern an (Abfindung=sonstige Bezüge, Einmalzahlung ohne laufendes Gehalt?). Ich beziehe ausserdem gleichzeitig ALG1, wie passt das zusammen?

2. Wie hoch wären die Steuern, die mein ex-Arbeitgeber für diese Abfindung abführen muss, wenn ich im Januar weiter arbeitslos bin und keine neue Stelle in Aussicht habe?

3. Falls ich bis Januar wieder eine Stelle finden würde, müsste dann die Abfindung dann auf einer zweiten Steuerkarte mit Steuerklasse 6 versteuert werden (weil ich dann die erste Steuerkarte für den neuen AG brauche)?

Bitte nennen Sie auch die Rechtsgrundlage für diese Berechnungen, damit ich notfalls gegenüber der Gehaltsbuchhaltung konkret argumentieren kann.

Bei dem Gespräch hatte ich nicht den Eindruck, dass man sich dort wirklich mit dem Thema auskennt. Ich würde das gern vorab klären anstatt hinterher den Finanzamt ein zinsloses Darlehen zu geben ;-). Danke.