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Frage geschrieben am 07.06.2014 15:09:17

Betreff: Geschäftsführer einer GmbH


Rechtsgebiet: Generelle Themen
Einsatz: € 30.00
Status: Beantwortet
Selbständiger Geschäftsführer einer GmbH - wegen Sozialversicherungsfreiheit

Fall:
Person ist angestellt und angemeldet Halbtags bei einer Firma

Er möchte nun als selständiger Geschäftsführer einer GmbH
(er ist nicht Gesellschafter) für seine Arbeit monatlich eine Rechnung an die GmbH stellen...
Geht das muß er dazu ein Gewerbe anmelden und dann die Einnahmen bei seine Einkommenssteuererklärung angeben ???



Antwort geschrieben am 07.06.2014 16:33:01
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragestellerin

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Auf Grund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Sie bei Firma XY angestellt sind und für einen andere "Z" GmbH selbständig die Geschäftsführung erledigen.

Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihre Funktion als Geschäftsführer in einem angestellten Verhältnis ausüben. Sie können dies auch innerhalb einer gewerblichen Tätigkeit machen. Der BFH entschied, das GmbH-Geschäftsführer auch selbstständige Unternehmer i.S. des Umsatzsteuerrechts sein können. Dass sie als Organ den Weisungen der Gesellschafter unterliegen, steht dem nicht entgegen. Mit diesem Urteil vom 13.3.2005 ändert der Bundesfinanzhof (BFH) seine bisherige Rechtsprechung.

Sozialversicherungsrechtlich gesehen, kann Hinweis auf eine Abgrenzung selbstständiger zur nicht selbstständigen Tätigkeit deren arbeitsrechtliche Einordnung sein. Die Weisungsgebundenheit des Geschäftsführers spielt dabei eine wichtige Rolle. Für eine selbstständige Tätigkeit spricht, dass der Geschäftsführer Ort und Umfang seiner Tätigkeit frei bestimmen kann. Schlecht ist, wenn er mit der GmbH z. B. Ansprüche auf Urlaub, sonstige Sozialleistungen oder eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall vereinbart hat. Eine Bindung an die ertragssteuerliche Beurteilung dieser Frage besteht aber für die Umsatzsteuer nicht.

Wie Sie also schon richtig erwähnen, müssen Sie Ihr "kleines" Gewerbe nach Klärung der o. g. Fragen anmelden und die bei der zu erstellenden Gewinnermittlung ermittelten Zahlen dem Finanzamt erklären.

Bei der Umsatzsteuer empfehle ich Ihnen die Lektüre des § 19 UStG. Ich gebe Ihnen hier den Text einmal etwas verkürzt wieder:

Besteuerung der Kleinunternehmer

Die für Umsätze geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern nicht erhoben, wenn der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.

Sie dürfen dann keine Umsatzsteuer berechnen, aber auch keine Vorsteuer abziehen. Wenn Sie keine Umsatzsteuer belasteten Vorumsätze haben, empfiehlt sich diese Regelung, auf deren Anwendung Sie aber auch verzichten können.

Ich hoffe, Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
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