Diese Seiten wurden archiviert. Eine steuerrechtliche Beratung finden Sie auf den Steuerrecht Seiten von frag-einen-anwalt.de
Frage geschrieben am 12.07.2013 23:06:35

Betreff: Getrennte Veranlagung / Pfändung


Rechtsgebiet: Finanzamt
Einsatz: € 35.00
Status: Beantwortet
Guten Tag,

ich bin selbständiger Unternehmer und habe seit 4 Jahren nur unregelmäßig meine Steuererklärungen abgegeben.

Dadurch schulde ich nun den Finanzamt ca. 25.000€.
(Entstanden in den Jahren 2009 bis heute).

Das Problem ist nun, dass auch meine Frau gepfändet wurde. Von Ihr wurden Konten gepfändet. Sie hat aber ja nichts damit zu tun. Ich selbst plane nun ein Verbraucherinsolvenzverfahren, da ich nur 5 Gläubiger habe. Sie soll aber kein Verbraucherinsolvenzverfahren machen. Sie selbst hat keinerlei Schulden.

Meine Frage sind nun:
- Kann ich eine getrennte Veranlagung machen, damit meine Frau raus ist und sie nichts dem Finanzamt schuldet. (Sie hat keinerlei Einkünfte (Hausfrau)), oder geht das nicht?

Also, dass Bescheide kommen:
Frau 0 Euro Steuer
Ich 6000 Euro Steuer.

Danke Ihnen

-- Einsatz geändert am 12.07.2013 23:08:07


Antwort geschrieben am 13.07.2013 14:04:30
Steuerberater/Dipl.Betriebswirt Ulrich Stiller
Schwabstr. 40, 71229 Leonberg, Tel: 07152/23331, Fax: 07152/22709
Steuerberatung
Bewertungen: 215 5
RSS-Feed www.frag-einen-steuerprofi.de Antworten von Ulrich Stiller als RSS-Feed abonnieren!
Sehr geehrter Ratsuchender,

besten Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Grund Ihrer Angaben und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Ob eine getrennte Veranlagung durchgeführt werden kann wird davon abhängen, ob die entsprechenden Einkommensteuerbescheide überhaupt noch geändert werden können, z. B. auf Grund eines laufenden Einspruchsverfahrens oder durch einen Änderungsantrag nach § 164 Abs. 2 AO, wenn die Bescheide unter dem Vorbehalt der Nachprüfung nach § 164 Abs. 1 AO stehen sollten.

Eine getrennte Veranlagung würde m.E. aber nichts bringen, da Ihre Ehefrau keine Einkünfte erzielt hat und Sie der Alleinverdiener sind bzw.waren. Bei einer getrennten Veranlagung würde die Grundtabelle für Sie als Alleinverdiener anfallen, was zur einer nicht unerheblichen Steigerung Ihrer Einkommensteuerschulden führen würde.

Als einzigen Ausweg vorbehaltlich einer detaillierten Überprüfung des Sachverhalts sehe ich lediglich darin, dass Ihre Frau gegenüber dem Finanzamt einen Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO stellt. Dieser Antrag bewirkt, dass die rückständige Steuer im Verhältnis der Beträge aufgeteilt wird, die sich bei einer fiktiven getrennten Veranlagung ergeben würde, sodaß Ihre Frau nur die Einkommensteuer bezahlt, die auf ihre eigenen Einkünfte entfällt. Da sie keine Einkünfte hat, wird auch keine Einkommensteuer für Ihre Frau anfallen, das Finanzamt kann dann die Einkommensteuer nur gegen Sie als alleiniger Steuerschuldner vollstrecken.

Der Antrag kann auch noch im Vollstreckungsverfahren gestellt werden. Der Antrag msuu daher unverzüglich gestellt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen behilflich sein.


Mit freundlichen Grüßen


Ulrich Stiller
Steuerberater


Bewertung der Antwort vom Fragesteller

Hat Ihnen der Steuerberater weitergeholfen?

Wie verständlich war der Steuerberater?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Steuerberater?

Empfehlen Sie diesen Steuerberater weiter?