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Frage geschrieben am 24.09.2014 12:21:19

Betreff: Gewinn 2013 um Umsatzsteuer verringern obwohl erst 2014 bezahlt


Rechtsgebiet: Umsatzsteuer
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Hallo,

ein paar Eckdaten:
Einzelunternehmer
Regelversteuerer (kein Billanz)

Da ich in 2013 vom Finanzamt als Jahreszahler für Umsatzsteuer veranlagt wurde, wurden hier keine Umsatzsteuervoranmeldungen gemacht. Entsprechend auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt.
Dies hat sich seit 2014 auf meinen Wunsch hin dann geändert.

Nun ist es so, das ich für 2013 ca. 5.500€ Umsatzsteuer an das Finanzamt zu zahlen habe. Diese aber erst jetzt in 2014 zahle.
Mein Gewinn in 2013 ist daher um genau diese 5.500€ höher und 2014 um genau diesen betrag niedriger.
Nun muss ich allerdings für 2013 wegen dieser 5.500€ Einkommenssteuer bezahlen. in 2014 falle ich durch dies Zahlungen weit unter die Einkommensfreigrenze.

Habe ich eine Möglichkeit eine Art Rückstellung o.ä. in 2013 zu buchen um die zu erwartende Umsatzsteuer dort geltend machen zu können und somit den Gewinn eben genau um diese Umsatzsteuer zu reduzieren? So zahle ich ja Steuer auf die Steuer. Und in 2014 bekomme ich ja nichts davon wieder zurück.

Es geht mir hier nicht um Steuerhinterziehung o.ä. Es geht mir hier um einen Weg das ich nicht auf Geld, was ich nicht habe/hatte (gehört ja nicht mir sondern dem FA) auch noch Einkommenssteuern bezahlen muss.


Danke!


Antwort geschrieben am 24.09.2014 13:22:55
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Da Sie eine Gewinnermittlung gem. § 4 (§) EStG erstellen, gilt das Zufluss- Abflussprinzip. Die im Jahr 2013 vereinnahmten Umsatzsteuern stellen Einnahmen, die bezahlten Vorsteuern und die bezahlten Zahllasten aus den Umsatzsteuervoranmeldungen Ausgaben dar.

Das ist der Grundsatz. Sieht man ein Jahr Umsatzsteuer im Zusammenhang, auch Kalenderjahr übergreifend, bleibt sie in der Summe neutral.

Den Effekt den Sie beschreiben, können Sie nur durch eine Änderung der Gewinnermittlung (Umstellung auf Bilanzierung) erreichen, nicht durch eine Rückstellung o. ä.

Hier verhält es sich dann so, dass alle Umsatzsteuern erfolgsneutral zu verbuchen sind. Auf der anderen Seite müssen Sie allerdings auch Forderungen aktivieren und Verbindlichkeiten passivieren, was möglicherweise netto ebenfalls zu Gewinnverschiebungen führen kann.

Das müssten Sie einfach mal überschlagen, bzw. berechnen, ob das ein Weg ist den Gewinn 2013 wie von Ihnen gewollt zu verringern und 2014 entsprechend zu erhöhen. Das wäre legal und keine Steuerhinterziehung.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.



Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

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