Diese Seiten wurden archiviert. Eine steuerrechtliche Beratung finden Sie auf den Steuerrecht Seiten von frag-einen-anwalt.de
Frage geschrieben am 12.05.2014 19:08:50

Betreff: GmbH / UG


Rechtsgebiet: Kapitalgesellschaften
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Eigenkapitalersatzrecht
Cash-Pooling
Verdeckte Sacheinlagen
Hin und Herzahlen

Wie sind die genannaten Punkte bei der GmbH und UG
nach aktueller Rechtslage zulässig?


Antwort geschrieben am 13.05.2014 01:27:16
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
Bewertungen: 67 5
RSS-Feed www.frag-einen-steuerprofi.de Antworten von Ingo Kneisel als RSS-Feed abonnieren!
Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sehr gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Sie haben Fragen, inwieweit es Unterschiede in der Behandlung gewisser Dinge bei einer GmbH im Gegensatz zur UG gibt. Grundsätzlich ist dazu auszuführen, dass es da grundsätzlich bis auf das Insolvenzrecht keine besonderen Unterschiede gibt.

Der große Unterschied ist, dass es sich bei der UG um ein Einstiegsmodell in die GmbH handelt. Mit kleiner Kapitalausstattung kann man so ab einem Stammkapital von 1 Euro eine UG gründen.

Zu Ihren Fragen im Einzelnen:

Eigenkapitalersatzrecht

Das Eigenkapitalersatzrecht ist erheblich vereinfacht worden. Hier geht es um die Frage, ob Kredite, die Gesellschafter ihrer GmbH geben, als Darlehen oder als Eigenkapital behandelt werden müssen, da es in der Insolvenz hinten ansteht. Eine Unterscheidung zwischen "kapitalersetzenden" und "normalen" Gesellschafterdarlehen gibt es nicht mehr.

Cash-Pooling

Dies ist ein Begriff aus der Konzernfinanzierung. Es ist ein Instrument zum Liquiditätsausgleich zwischen Unternehmensteilen im Konzern.

Nach dem MoMiG kann eine Leistung der Gesellschaft an einen Gesellschafter dann nicht als verbotene Auszahlung von Gesellschaftsvermögen gewertet werden, wenn ein reiner Aktivtausch vorliegt.

Hin und Herzahlen

Das Hin- und Herzahlen ist in der Anmeldung der Gesellschaft offenzulegen, damit der Registerrichter prüfen kann, ob die Voraussetzungen einer Erfüllungswirkung trotzdem gegeben sind.

Verdeckte Sacheinlagen

Hier fragen Sie nach § 19 IV GmbHG. Mit dessen Anerkennung auf die UG wird dem Gesellschafter grundsätzlich die Möglichkeit eingeräumt die Bareinlage durch eine Sacheinlage zu ersetzen. Es soll erreicht werden, Bareinlagen im Insolvenzfall nicht zweifach erbringen zu müssen. Der Gläubiger steht hingegen etwas schlechter da. Ihm wird durch das geringere Stammkapital auch ein geringerer Schutz gewährt. Dem Schutz der Gläubiger wird allerdings durch die Regelungen der Werthaltigkeitskontrolle genügt. Im Ergebnis bedeutet das für die Praxis, dass § 19 IV GmbHG auch bei der UG Anwendung findet.

Ich hoffe, Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld
Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de