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Frage geschrieben am 30.11.2014 23:01:24

Betreff: Gründung Holding aus bestehender GmbH


Rechtsgebiet: Kapitalgesellschaften
Einsatz: € 298.00
Status: archiviert
Sehr geehrte Damen und Herren,

vor 5 Jahren gründeten wir eine Unternehmergesellschaft (A-UG). Das gezeichnete Kapital beträgt seit der Gründung 3.000 Euro. Zusätzlich wurden 10.000 Euro in Bar als Kapitalrücklage und 15.000 Euro Sachleistungen (ohne Wertgutachten, aber sehr vorsichtig bewertet) ebenfalls als Kapitalrücklage eingebracht. Das Eigenkapital und die gekürzte Bilanz der UG sah zum 31.12.2013 wie folgt aus:

3.000 Euro gezeichnete Kapital
25.700 Euro Kapitalrücklagen durch Ausgabe über Nennbetrag
2.000 Euro gesetzliche Rücklagen (25% UG...)
- 100 Euro Verlustvortrag
= 30.600 Eigenkapital

1.400 Euro Rückstellungen

14.000 Euro Verbindlichkeiten

= 46.000 Euro Passiva

19.000 Euro Anlagevermögen
26.000 Euro Umlaufvermögen
1.000 Euro RAP

= 46.000 Euro Aktiva

Da wir uns in den kommenden Monaten erweitern möchten, wollen wir der Gesellschaft eine "Holding" Gesellschaft (als GmbH oder UG) vorschalten. Das ganze soll nach Möglichkeit steuerneutral vollzogen werden. Die jetzigen Anteilseigner der A-UG sollen am Ende im gleichen maße an der B-Holding beteiligt sein wie jetzt an der A-UG; Die B-Holding soll 100% an der A-UG halten.

Ziel: Nach Möglichkeit ohne zusätzliche Kosten (z. B. Wertgutachten) eine Holding vorschalten, das ganze steuerneutral.

Wir haben uns folgenden Weg ausgedacht:

Da wir 2013 einen Verlustvortrag haben, ist die Rückzahlung der Kapitalrücklagen unserer Auffassung nach möglich. Daher machen wir einen Gesellschaftebeschluss zur Auflösung der Kapitalrücklagen durch Auszahlung von 25.000 Euro in Bar (aus dem Umlaufvermögen). Da wir kein Wertgutachten zum damaligen Zeitpunkt hatten könnte dies ein verdeckter Zugriff auf das Stammkapital darstellen. In unseren Augen war zum damaligen Zeitpunkt die Bewertung der Sacheinlagen unter dem Marktwert und sollte daher kein Problem darstellen. Im ungünstigsten Fall läge das Maximalrisiko der Gesellschafter darin, dass Sie im begrenzen Umfang Eigenkapital entnommen hätten, dass nachgeschossen werden müsste (Maximal Risiko 3.000 Euro). Dies wäre vertretbar.

Frage 1: Ist unsere Einschätzung richtig?

Mit dem Kapital gründen wir eine B-Holding-GmbH mit einem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro.

Option 1:
Wir bringen die A-UG als qualifizierten Anteiltausch in Form einer Sacheinlage bei Gründung mit in die neue B-Holding. Die Frage ist nun mit welchen Wert die A-UG angesetzt werden darf oder muss. Vorsichtshalber würden wir die A-UG nur mit dem gezeichneten Kapital in Höhe von 3.000 Euro einbringen. Wie ich das Umwandlugnssteuergesetz lese müsste aber die UG mit dem Gemeinwert eingebracht werden.

Frage 2: Ist eine Einbringung als Sacheinlage nur mit dem Stammkapital der A-UG möglich? Die B-Holding hätte dann 28.000 Euro Eigenkapital auf der Passivseite und 25.000 Euro Umlaufvermögen und 3.000 Euro Anlagevermögen auf der Aktivseite.

Frage 3: Wenn dies nicht möglich ist, muss dann der Gemeinwert durch Wertgutachten bestimmt werden oder kann dies auch durch eine eigene Abschätzung z. B. Buchwert (Bilanzsumme) abgeschätzt werden. Oder zählt der Ertragswert...?

Option 2:
Die B-Holding kauf aus Ihrer Stammeinlage die A-UG den bisherigen Gesellschaften zu einem Preis von 3.000 Euro ab (dies entspricht der Stammeinlage der A-UG) und hätte 25.000 Euro Eigenkapital bzw. 22.000 Euro Umlaufvermögen und 3.000 Euro Anlagevermögen.

Frage 4: Wäre dieser Fall steuerneutral oder müsste auch hier eigentlich der Gemeinwert angesetzt werden? Wichtig wär auch hier die Steuerneutralität auf seinen der Gesellschafter.

Option 3:
Wir gründen eine B-Holding als GmbH oder UG. Zahlen 25.000 Euro Stammeinlage ein und bringen die A-UG als Kapitalrücklage mit 3.000 Euro ein.

Frage 5: Möglich oder müsste hier auch wieder der Gemeinwert angesetzt werden.

Sie haben einen besseren Vorschlag? Das wäre uns natürlich das liebste. Wir gehen davon aus, dass bis zum Vollzug der Umwandlung eine weitere Beratung nötig werden könnte.





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