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Frage geschrieben am 20.09.2014 18:05:48

Betreff: Hinweis auf das Reverse-Charge-Verfahren in der Rechnung - Google AdSense


Rechtsgebiet: Umsatzsteuer
Einsatz: € 30.00
Status: Beantwortet
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin bei meinen Recherchen zum Hinweis auf die Steuerlast-Umkehr auf zwei verschiedene Formulierungen gestoßen und bin mir nicht sicher auf welchen Artikel ich in meiner Rechnung verweisen soll.

Folgende Formulierungen habe ich gefunden:

1.)
"Für Mehrwertsteuer muss gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EC der Empfänger aufkommen."

2.)
"Für Mehrwertsteuer muss gemäß Artikel 21.1 (b) der 6. EU-Richtlinie der Empfänger aufkommen."


Ist es egal ist auf welchen Artikel ich verweise oder ist einer evtl. durch den anderen ersetzt worden?

Müsste es bei dem 2. Satz nicht sogar "EG-Richtlinie" anstatt "EU-Richtlinie" heißen?

Haben Sie noch einen besseren Satz?


Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen

-- Einsatz geändert am 23.09.2014 09:35:47


Antwort geschrieben am 25.09.2014 14:32:33
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Die Formulierungen die Sie im Internet gefunden haben sind nicht zwingend Voraussetzung für eine korrekte Rechnungserstellung.

Die auf der Rechnung zu vermerkende Formulierung, mit der auf das Reverse Charge Verfahren hingewiesen wird, ist inzwischen verbindlich vorgegeben.

Beim sog. Reverse-Charge-Verfahren (§ 13b UStG) schulden nicht Sie als leistender Unternehmer die Umsatzsteuer, sondern der Leistungsempfänger. Bisher konnten Sie in Ihrer Rechnung auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers mit verschiedenen unterschiedlichen Formulierungen hinweisen.

Ab dem 30.6.2013 (Übergangsfrist bis 31.12.2013) muss Ihre Rechnung zwingend die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" enthalten. Die Finanzämter erkennen aber auch anderen Amtssprachen an. In Art. 226 Nr. 11a Mehrwertsteuersystemrichtlinie, wird darauf hin gewiesen, dass in der jeweiligen Sprache der Begriff „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" verwendet werden kann.

Fehlt diese Angabe oder wird stattdessen eine andere Formulierung gewählt, wirkt sich dies allerdings nicht auf den Vorsteuerabzug aus, weil dieser in Reverse-Charge-fällen keine ordnungsgemäße Rechnung voraussetzt.

Zusätzlich muss Ihre Rechnung, wie schon immer, Ihre Umsatzsteuer - ID Nummer und die des Leistungsempfängers enthalten.

Hier noch eine Anmerkung, der Leistungsempfänger hat keinen Anspruch auf Erhalt einer Rechnung in seiner Landessprache.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.



Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

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Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de



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