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Frage geschrieben am 01.08.2014 19:26:23

Betreff: Immobilienerwerb von meinen Eltern mit meiner Freundin...


Rechtsgebiet: Haus-, Grundbesitz
Einsatz: € 50.00
Status: Beantwortet
Meine Eltern besitzen ein Objekt mit den folgenden Daten:
Haupthaus: 175m²; Bj. 1987; 320.000€ (inkl. Grundstück)
Anbau: 62m²; Bj. 2002 (Teilungserklärung--> Eigentumswohnung 100.000€)
Gesamtwert 420.000€


Meine Freundin und ich würden zunächst den Anbau erwerben.(Vollfinanzierung, 100t€ Volltilgung innerhalb 5 Jahren). Dieser wird dann vermietet.
Nach 5 Jahren (bereits bezahlter Anbau) Bezug und Erwerb des Haupthaus inkl. Grundstück (ca. 320t€ über 20 Jahre).

Wenn wir (unverheiratet) das Haus/den Anbau von meinen Eltern erwerben, fällt nach meinem Verständnis zumindest für meine Freundin Grunderwerbsteuer an.
Meine Idee war daher, dass ich das Haus/ den Anbau alleine erwerbe und dann 50% meiner Freundin schenke. Daraus ergeben sich für mich aber die folgenden Fragen:

1.)Meine Freundin soll dennoch zu einer Zahlung verpflichtet sein(weniger als 50% da geringeres Einkommen). Ist bei einer Schenkung ein Geldfluss überhaupt möglich? Es widerspricht ja eigentlich der Idee einer Schenkung. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ihr jährlicher/monatlicher Abtrag unterhalb einer bestimmten Besteuerungsgrenze liegt und so wiederum gesetzeskonform ist.

2.) Wie kann das ganze möglichst fair für beide Vertraglich geregelt werden.

3. Ist der Notar der richtige Ansprechpartner für die vertragliche Regelung einer solchen Angelegenheit?

4.) Gibt es vielleicht noch eine bessere Möglichkeit die Gesamtkosten (Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Grundbuchkosten, etc.) bei einem Erwerb unter diesen Umständen möglichst gering zu halten?


Antwort geschrieben am 01.08.2014 20:39:27
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sehr gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

In Erledigung aller Ihrer Fragen, hätte ich folgende Idee:

1. Schritt: Sie allein kaufen oder erwerben schenkweise von Ihren Eltern die Eigentumswohnung.

Fazit: Keine Grunderwerbsteuer, keine Erbschaft/ Schenkungssteuer.

2. Schritt: Sie heiraten.

3. Schritt: Sie verkaufen oder verschenken an Ihre Ehefrau durch Übertragung eine ideelle Hälfte der ETW.

Fazit : Keine Grunderwerbsteuer, keine Erbschaft/ Schenkungssteuer.

Option: Sie heiraten nicht.

Das heißt, es werden nun, je nach Konstellation, eine Menge Steuern fällig werden, wenn Sie nicht heiraten.

Die Erbschaftsteuer, wäre bei Ihrer Freundin und Steuerklasse III nach Abzug des Freibetrages von 20.000,-- € mit 30 % fällig. Das wären dann bei 90 % Wohnzwecke) von 45.000,-- € rd. 7.500,-- €. Ein sehr schlechtes Ergebnis.

Verkaufen Sie 1/2 der ETW an Ihre Freundin würden Grunderwerbsteuern für Rheinland - Pfalz i. H. 5 % fällig, also immer noch 2.500,-- €. Aber immerhin noch günstiger, als der Schenkungsfall.

Auf jeden Fall brauchen Sie zwingend einen Notar für Grundstücksgeschäfte.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

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