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Frage geschrieben am 10.11.2013 16:28:09

Betreff: Nachträglich Verluste aus 2010 geltend machen noch möglich?


Rechtsgebiet: Steuererklärung
Einsatz: € 30.00
Status: Beantwortet
Sehr geehre Damen und Herren,

auf einem ausländischen Börsenkonto wurde 2008 Geld eingezahlt und dann in 2008 wurden knapp €2500 Verluste gemacht. Diese Verluste wurden nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben.

Im Folgejahr wurden ca. €500 Gewinn erwirtschaftet und da das Konto insgesamt noch keinen Gewinn aufweist (incl. 2008), wurde davon ausgegangen, dass dieser Gewinn nicht angegeben werden muss und tauchte daher nicht in der Einkommensteuererklärung auf.

In 2010 wurden erneut Verluste gemacht i.H.v. ca. €1000 und wieder nicht angegeben.

Frage:
Besteht nun die Möglichkeit wenigstens die Verluste aus 2010 noch nachträglich geltend zu machen?
Wie ist die Gesamtsituation der Jahre 2008-2010 zu sehen? Sollten die +€500 aus 2009 nachträglich angegeben werden und kann man sie mit den Verlusten verrechnen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe



Antwort geschrieben am 10.11.2013 19:28:45
Patrick Färber
Brunnenstr. 31, 79312 Emmendingen, Tel: 0, Fax: 0
Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Unternehmenssteuern, Steuerrecht, Steuerpflicht
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage kann ich im Rahmen der Regeln des Forums und einer Erstberatung wie folgt beantworten:

Ihre "Aktivitäten" auf dem ausländischen Bankkonto hätten grundsätzlich in der Steuererklärung angegeben werden müssen, hier steht das Thema "Steuerhinterziehung" im Raum.

Bei Ihrer Anfrage gehe ich davon aus, daß Sie Ihre Einkommensteuererklärung für die Jahre 2008 - 2010 abgegeben haben und auch Einkommensteuerbescheide erlassen worden sind, die verfahrensrechtlich nur noch unter bestimmten Bedingungen geändert werden können (formelle Bestandskraft nach 4 Wochen, kein "Vorbehalt der Nachprüfung").

Hier müssten Sie nun Ihre Einkommensteuererklärungen 2008 bis 2010 korrigieren. Dabei würde sich die Änderung "zu Ihren Gunsten" auswirken.
Nachträgliche Änderungen der Steuererklärungen sind für den Fall, daß die Änderung ZUGUNSTEN des Steuerpflichtigen wirkt, nur möglich, wenn Sie für das Nicht-Erklären kein grobes Verschulden trifft.
Die bewusste Nichtangabe ist allerdings immer grobes Verschulden.

Daher haben Sie verfahrensrechtlich keine Chance, diese (saldierten) Altverluste geltend zu machen.

Für die nächste offene Steuererklärung ist es daher zu empfehlen, diese Verluste mit zu erklären, damit sie berücksichtigt werden können.

Ich bedauere, Ihnen keine günstigere Antwort geben zu können.

Einen schönen Abend wünscht

P. Färber

Patrick Färber
Steuerberater
post@richtig-gegensteuern.de


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