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Frage geschrieben am 27.08.2014 14:29:08

Betreff: Private KFZ Nutzung


Rechtsgebiet: Selbstständige
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Guten Tag, ich bin selbstständig, habe einen Einzelhandel, es handelt sich um eine Einzelfirma. Ich habe ein neues Fahrzeug geleast, Neuwert mit Ausstattung ca. 35 TEUR. Mein Mann ist bei mir als Angestellter eingestellt und bezieht jeden Monat ein Gehalt. Wir nutzen das Fahrzeug zusammen auch privat. Was und wie muss ich monatlich für mich und meinen Mann für die private Nutzung buchen.

mit freundlichen Grüssen
Anja Kehr


Antwort geschrieben am 27.08.2014 15:39:06
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrte Fragestellerin,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Sie sind nach Ihrer Beschreibung selbständig, Ihr Mann ist bei Ihnen angestellt. Sie nutzen Ihr Leasingfahrzeug sowohl betrieblich als auch privat. Ich gehe im Folgenden davon aus, dass keine Firmenwagennutzung im Anstellungsvertrag Ihres Mannes vereinbart wurde.

Es ist hier zwischen dem Ertragssteuerrecht (Einkommen-und Gewerbesteuer) und dem Umsatzsteuerrecht zu unterscheiden.

Ertragssteuerrecht:

Hier können Sie, vorausgesetzt die betriebliche Nutzung beträgt mindestens 50 %, die sog. 1% Methode anwenden. Die 50 % sollten Sie auf Grund von fahrtenbuchähnlichen Aufzeichnung für einen repräsentativen Zeitraum von ca. 3 Monaten nachweisen können.

Erreichen Sie danach mindestens 50 % betriebliche Nutzung, sind Sie zur Anwendung der 1% Methode berechtigt. Es wird der Bruttolistenpreis zu Grunde gelegt, 1% pro Monat zzgl. USt (s.u.) ist der Wert der privaten Nutzung.

Alternativ führen Sie ein den steuerlichen Grundsätzen entsprechendes Fahrtenbuch. Hieraus ergibt sich dann automatisch bei Gegenüberstellung der Kilometer, das maßgebende Verhältnis, in dem die Kfz. Kosten in einen betrieblichen und privaten Anteil aufzuteilen sind. Es gibt betriebliche Fahrten, private Fahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit. Letztere gehören in eine extra Spalte, gelten grundsätzlich für die Ermittlung des Prozentsatzes als betrieblich veranlasst und sind von der Höhe des Abzuges her begrenzt.

Die Wahl, 1% Regelung oder Fahrtenbuch, sollten Sie danach treffen, wie teuer Ihr Auto ist und ob Sie überhaupt bereit sind ein Fahrtenbuch zu führen. Je teurer ein Auto ist, desto eher lohnt sich das Schreiben eines Fahrtenbuches.

Umsatzsteuerrecht:

Wird hier das Fahrzeug mindestens zu 10 % betrieblich genutzt, können Sie es dem Unternehmensvermögen zuordnen. Sie können dazu wieder das Kilometerverhältnis heranziehen. Ermitteln Sie zulässiger Weise ertragsteuerlich nach der 1% Methode, können Sie für Umsatzsteuerzwecke den sich ergebenden Wert pauschal 20 : 80 aufteilen. 20 % bleiben umsatzsteuerfrei, 80 % unterliegen der Umsatzsteuer. Das ist eine pauschale Regelung. Wenn Sie ein anderes Verhältnis der unterschiedlichen Kosten nachweisen, können Sie auch anders aufteilen.

Die ertragsteuerliche Anwendung der Fahrtenbuchregelung führt zwingend auch zur Fahrtenbuchregelung bei der Umsatzsteuer.

Sie können unterjährig eine Monatswert vorläufig ermitten und für Zwecke der Buchführung anwenden. Später, wenn der Jahresabschluss erstellt wird, müssen die endgültigen Werte verbucht werden.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

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