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Frage geschrieben am 30.08.2011 00:57:28

Betreff: Privater Verkauf/Übertragung von GmbH-Anteilen an Vermögensverwaltung-GmbH


Rechtsgebiet: Kapitalgesellschaften
Einsatz: € 200.00
Status: Beantwortet
Hallo,

es besteht folgender Sachverhalt:

Ende Juni 2011 habe ich einen 25%-igen Gesellschaftsanteil an einer GmbH "X" erworben und bin dort seit dem 01. Juli 2011 angestellter Geschäftsführer. Da die Gesellschaft "X" erst Anfang des Jahres 2011 gegründet wurde und es noch nicht viele Geschäftsvorfälle gab, war die Wertermittlung des Gesellschaftsanteils (Stammeinlage zzgl. Gewinnanteil) recht einfach. Das Ende des Geschäftsjahres wurde auf den 30. Juni vorverlegt, um den Anteilsverkauf an mich bewerten zu können.

Die Geschäftsanteile befinden sich jetzt in meinem Privatbesitz. Nun möchte diesen Geschäftsanteil an eine Vermögensverwaltung GmbH "Y", die zu 100% mir gehört, verkaufen/übertragen.

Zwischen dem Kauf des 25%igen-Geschaftsanteils im Juni und dem Verkauf/Übertrag an die Vermögensverwaltung GmbH werden ca. 3 Monate vergehen. Auf Grund des Geschäftsfeldes der GmbH „X“ wird es bis dahin sehr viele Geschäftsvorfälle in der GmbH "X" gegeben haben.

Der Übertrag/Verkauf soll möglichst "unkompliziert" erfolgen und eine geringe/keine steuerliche Belastung für mich zur Folge haben.

Seit Anteilskauf ist unerwartet viel Gewinn in der GmbH angefallen. Das Geschäft ist sehr saisonal und ein gleichhoher Gewinn ist für das restliche Geschäftsjahr unwahrscheinlich.

Bei beiden Gesellschaften endet das Geschäftsjahr Ende Juni.

Denkbare Szenarien:

Szenario 1 (Verkauf):

1. Ist es möglich den Geschäftsanteil an "X" zum Anschaffungspreis (AP) an die Vermögensverwaltung "Y" zu verkaufen, zu dem ich ihn Ende Juni privat erworben habe (Anschaffungspreis = Verkaufspreis)? Steuerliche Konsequenzen?

2. Wenn nein, wie kann man den Verkaufswert am einfachsten festsetzen? Ist die Aufstellung einer Zwischenbilanz zwingend erforderlich? Auf Grund der hohen Anzahl der Geschäftsvorfälle würde ich dies gerne vermeiden.

3. Wenn der Verkauf zum Anschaffungspreis bzw. zum selbst festgelegten Preis vom Finanzamt als zu niedrig angesehen wird, wie wird dann der faire Preis ermittelt? Zum Beispiel Anschaffungspreis zzgl. 3/12 des Gewinns nach Steuern am Ende des Geschäftsjahres? Spielen andere Faktoren wie Geschäftsaussicht eine Rolle?

Szenario 2 (Einlage/Übertrag):

4. Wäre eine Übertragung des GmbH-Anteils von „X“ als Einlage (Kapitalerhöhung) in die Vermögensverwaltung GmbH zum Anschaffungspreis denkbar?

5. Oder kommt es zur verdeckten Einlage? Steuerliche Konsequenzen für mich und Vermögensverwaltung GmbH?

6. Wie wäre die Differenz zwischen Anschaffungspreis und Wert bei Einlage für mich privat zu versteuern?

Szenario 3 (???):

7. Gibt es eine sinnvolle Alternative, die ich nicht bedacht habe?

Vielen Dank!