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Frage geschrieben am 22.05.2014 13:25:39

Betreff: Rechnungen an privat in Frankreich und an Unternehmen in der Schweiz Schweiz


Rechtsgebiet: Buchführung
Einsatz: € 20.00
Status: Beantwortet
Guten Tag,

ich wüsste gern, welche Angaben eine Rechnung von mir als Selbständiger Schreibtrainerin enthalten muss:

a) ins EU-Ausland (in diesem Fall Frankreich) an eine Privatperson,

b) ins Nicht-EU-Ausland (Schweiz) an eine Freiberuflerin.

Herzlichen Dank im Voraus.

Beste Grüße
Franziska Nauck


Antwort geschrieben am 22.05.2014 16:47:33
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrte Fragestellerin,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Zunächst muß man wissen, um was für eine Leistung es sich bei einer „selbständigen Schreibtrainerin" handelt. Ist diese nicht expliziet im § 3a Abs. 3 bis 8 und der §§ 3b, 3e und 3f UStG aufgeführt, müssen keine Besonderheiten beachtet werden.

Um nun zu beurteilen, wo der Ort der sonstigen Leistung in den von Ihnen geschilderten Fällen liegt, muß man unterscheiden:

a) Leistungen an Privatleute (B2C). Hier gilt das Prinzip des § 3a Abs. 1 UStG. Hier ist der Ort der sonstigen Leistung dort, wo Ihr Unternehmen liegt. Dies beantwortet Ihre erste Frage. Es handelt sich um eine steuerbare und steuerpflichtige Leistung. Folge hiervon ist, dass die Rechnung mit deutscher Umsatzsteuer auszustellen ist.

b) Leistungen an Unternehmer für dessen Unternehmen (B2B). Hier sagt § 3a Abs. 2 UStG , dass bei Dienstleistungen, die an einen Unternehmer ausgeführt werden, als Ort der Leistung der Sitz des Leistungsempfängers gilt. Dies beantwortet Ihre 2. Frage. Folge hiervon ist, dass die Rechnung ohne deutsche Umsatzsteuer auszustellen ist.

Werden also Leistungen an einen im Drittland (Schweiz) ansässigen Unternehmer berechnet, richtet sich die Rechnungsstellung formal aufgrund der Steuerbarkeit im Drittland nach den betreffenden Drittlandsregelungen. Es empfiehlt sich jedoch der Vermerk auf der Rechnung, dass es sich um einen nicht im Inland steuerbaren Umsatz handelt.

Da ich denke, dass sich Ihre Frage eigentlich nur darum drehte, ob eine Rechnung mit oder ohne Umsatzsteuer auszustellen sei, möchte ich aber trotzdem noch auf die allgemeine Frage eingehen, welche Angaben eine Rechnung haben muß. Hierzu gebe ich Ihnen der Einfachheit halber den Wortlaut des § 14 Abs. 4 UStG wieder:

Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten:

1.den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers,
2.die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
3.das Ausstellungsdatum,
4.eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird (Rechnungsnummer),
5.die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung,
6.den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung; in den Fällen des Absatzes 5 Satz 1 den Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts oder eines Teils des Entgelts, sofern der Zeitpunkt der Vereinnahmung feststeht und nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt,
7.das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung (§ 10) sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, sofern sie nicht bereits im Entgelt berücksichtigt ist,
8.den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt,
9.in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers und
10.in den Fällen der Ausstellung der Rechnung durch den Leistungsempfänger oder durch einen von ihm beauftragten Dritten gemäß Absatz 2 Satz 2 die Angabe „Gutschrift".
In den Fällen des § 10 Abs. 5 sind die Nummern 7 und 8 mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Bemessungsgrundlage für die Leistung (§ 10 Abs. 4) und der darauf entfallende Steuerbetrag anzugeben sind. Unternehmer, die § 24 Abs. 1 bis 3 anwenden, sind jedoch auch in diesen Fällen nur zur Angabe des Entgelts und des darauf entfallenden Steuerbetrags berechtigt.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld
Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de



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Ich denke, dass meine Frage relativ einfach für einen Steuerprofi war, deshalb würde ich auf dieser Grundlage noch nicht unbedingt jemanden weiter empfehlen. Beste Grüße, F. Nauck

Stellungnahme vom Steuerberater:
Wie ausführlich war die Arbeit: es gab hier vom Fragesteller 3 von 5 Sternen. Für die ausgelobten 20 Euro waren die Antworten so umfangreich, dass man die als Steuerberater gar nicht mehr ökonomisch bearbeiten kann. Also eigentlich eine reine Good Will Aktion. Die umfangreichen Ausführungen, die von mir gemacht wurden stehen in keinster Weise im Verhältnis zur Bewertung. Man muß sich wirklich manchmal fragen, in welchem Verhältnis Fragen und Honorarangebote zueinander stehen. Mitunter habe ich festgestellt, dass 20€ bereits nach Verinnerlichungen und Deutung der teilweise recht unstrukturierten Fragen aufgebraucht waren. Umfangreichere Fragen für so kleines Geld zu beantworten ist schon recht grenzwertig.