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Frage geschrieben am 17.04.2014 15:01:10

Betreff: Spekulationssteuer - Ja oder Nein


Rechtsgebiet: Steuerrecht
Einsatz: € 40.00
Status: Beantwortet
Hallo!

In November 2007 habe ich, zusammen mit meinem Ex-Mann, eine Immobilie in Frankfurt gekauft.

In April 2010 haben wir uns scheiden lassen. Durch die Scheidung, um die Wohnung nicht zu verlieren, sind meine Eltern Eigentümer geworden.

In Febraur 2012 haben meine Eltern mir die Wohnung geschenkt. Seitdem bin ich eigetragene alleinige Eigentümerin.

Seit 2007 wohne ich ununterbrochen in der Wohnung. Als meine Eltern Eigentümer waren habe ich mietfrei dadrin gewohnt (meine Eltern beziehen aber kein Kindergeld mehr für mich).

Jetzt möchte ich nächste Woche (23.04.14) verkaufen.

Ist diese Veräusserung Spekulationssteuerpflichtig?

Danke und Grüße
M.


Antwort geschrieben am 17.04.2014 16:03:48
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragestellerin,

im Rahmen einer Erstberatung und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sehr gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Ihre Frage habe ich so verstanden, dass Sie seit 2012 Eigentümerin durch Schenkung geworden sind und im Zeitpunkt der Veräußerung in 4/2014 diese Wohnung zu eigenen Wohnzwecken nutzten. Die Wohnung war nicht einen Tag vermietet.

Ihre Frage wird im § 23 EStG beantwortet. Hier heißt es:

Auszug aus dem Gesetz:

(1) 1Private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nummer 2) sind
1.
Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (z. B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht), bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt. 2Gebäude und Außenanlagen sind einzubeziehen, soweit sie innerhalb dieses Zeitraums errichtet, ausgebaut oder erweitert werden; dies gilt entsprechend für Gebäudeteile, die selbständige unbewegliche Wirtschaftsgüter sind, sowie für Eigentumswohnungen und im Teileigentum stehende Räume. 3Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden;

Hier ist also offensichtlich zunächst erst einmal der Satz 3 für Sie einschlägig. Bei Ihnen lag aber zwischen der Anschaffung durch Ihre Eltern im April 2010 die für Sie als Anschaffungsdatum gilt, und der geplanten Veräußerung in 4/2014 keine ununterbrochen Nutzung zu eigenen Wohnzwecken vor, da die unentgeltliche Überlassung der Wohnung an Sie, auf Grund der Tatsache, dass Ihre Eltern kein KG für Sie bekommen haben, keine Eigennutzung Ihrer Eltern darstellt.

Es bleibt nun also noch die "oder" Alternative zu prüfen, nämlich ob Sie im Jahr der Veräußerung 2014 und in den beiden vorangegangenen Jahren 2013 und 2012 die Wohnung zu eigenen Wohnzwecken genutzt haben. Nach Ihrer Beschreibung haben Sie das, sodass eine Besteuerung des Veräußerungsgewinnes entfällt. Es muß sich in den Jahren 2012 und 2014 nicht um volle Kalenderjahre handeln.

Es bleibt noch anzumerken, dass ein Arbeitszimmer, auch wenn es steuerlich nicht anerkannt worden ist, nicht als zu eigenen Wohnzwecken verwendet gilt.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld
Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de


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