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Frage geschrieben am 25.02.2014 20:34:41

Betreff: Steuererklärung


Rechtsgebiet: Steuererklärung
Einsatz: € 20.00
Status: Beantwortet
Guten Tag,

ich habe zwei Fragen und würde mich über eine klärende Antwort freuen:

Frage 1:
ich habe von 2009 - Okt. 2012 ein Fernstudium (Zweitstudium) absolviert, das zu meinem jetztigen Beruf geführt hat. Mein Arbeitsgeber hat die Relevanz des Studiums bestätigt. Jetzt möchte ich die Fortbildungskosten von der Steuer absetzten. Da ich bis 2010 im Ausland war und dann bis 2012 nur geringfügig (als Praktikantin) beschäftigt war, würde ich gerne die Studiumkosten in der Steuererklärung 2012 geltend machen. Die Studiengebühren habe ich in mehreren Zahlungen für jedes Studienmodul im Voraus gezahlt (1 x 2009, 2 x 2010, 2 x 2011). Die letzte Studiengebühr für das Jahr 2012 habe ich somit Ende 2011 überwiesen. Kann ich nun diese Kosten in von der Steuer 2012 absetzen?

Frage 2:
Wir besitzen in Spanien ein Haus bei die Hypothekenraten höher sind als die Mieteinnahmen. Kann ich das hier von der Steuer absetzten? Welche Dokumente werden benötigt und welche Anlagen in der Steuererklärung muss ich ausfüllen?

Viele Grüße
Magdalena Cyganiewicz


Antwort geschrieben am 25.02.2014 23:23:05
Patrick Färber
Brunnenstr. 31, 79312 Emmendingen, Tel: 0, Fax: 0
Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Unternehmenssteuern, Steuerrecht, Steuerpflicht
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage kann ich im Rahmen einer Erstberatung, auf Basis Ihrer Sachverhaltsangaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

1) Fortbildungskosten

- Zunächst müssen Sie grundsätzliche unbeschränkt steuerpflichtig sein bzw. gewesen sein, d.h. einen Wohnsitz in DE haben/gehabt haben.

- Die Kosten für ein Zweitstudium sind grundsätzlich als Werbungskosten absetzbar. Sie müssen aber eine abgeschlossene Ausbildung/Erststudium absolviert haben.

- Die Kosten können aber nur in dem Jahr geltend machen, in dem sie tatsächlich gezahlt wurden (Geldfluss). Auskunftsgemäss haben Sie im Jahr 2012 keine Zahlung geleistet, so daß eine Berücksichtigung nicht möglich ist.

- Sofern Sie aber davor einen Wohnsitz im Inland (nach meinem Verständnis 2010 und 2011) hatten und bisher noch keine Steuererklärung abgegeben haben, so könnten Sie diese in den betreffenden Jahren als "vorweggenommene Werbungskosten" geltend machen und somit einen "Verlustvortrag" generieren, wenn Sie in diesen betreffenden Jahren keine Einkünfte hatten. Diese Verluste könnten mit zukünftigen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit verrechnet werden.

2) Vermietung in Spanien

Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung aus Spanien sind grundsätzlich sowohl in Spanien als auch in Deutschland in einer Steuererklärung anzugeben (während der Periode der unbeschränkten Steuerpflicht in DE!!!).
Nach dem DBA zwischen Deutschland und Spanien gilt für Einkünfte aus Vermietung die sog. Anrechnungsmethode, d.h. die Vermietungseinkünfte sind in DE voll der Steuer zu unterwerfen, eine evt. in Spanien gezahlte Steuer ist auf die deutsche Steuer anzurechnen. Ich gehe davon aus, daß Sie aufgrund der Verluste in Spanien keine Steuern zahlen, so daß auch keine ausländischen Steuern anzurechnen sind.
Die Einkünfte sind nach deutschem Steuerrecht zu ermitteln, d.h. Sie können als Werbungskosten z.B. Abschreibungen (idR 2% auf den Kaufpreis für das Gebäude ohne Grundstück), aber auch die Zinsen zur Finanzierung des Kaufpreises als Werbungskosten geltend machen. Kommt insgesamt ein Verlust aus Einnahmen und Ausgaben heraus, würde das Finanzamt ggf. unter bestimmten Bedingungen eine sog. Liebhaberei prüfen (Details führen hier zu weit).

Aufgrund einer Gesetzesänderung im Jahre 2009 sind aber Verluste aus Vermietung und Verpachtung speziell aus Spanien (sog. Anrechnungsmethode im DBA) in DE ansetzbar und mit ggf. positiven Einkünften verrechnenbar.

Relevant hierfür ist die Anlage V sowie zusätzlich das Formular Anlage AUS. Am besten stellen Sie dem FA den Mietvertrag mit den monatlichen Mieteinnahmen, Kontoauszüge oder Kreditverträge über Zinszahlungen, den Kaufvertrag mit dem Kaufpreis (für Abschreibung) zur Verfügung und machen eine zusätzliche Aufstellung über Mieteinnahmen und -ausgaben.
Für Details sollten Sie ggf. im ersten Jahr einen Steuerberater zu Rate ziehen.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüssen

Patrick Färber, StB

Patrick Färber
Steuerberater
post@richtig-gegensteuern.de


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Zwischen der Antwort auf meine Nachfrage und meiner endgültigen Antwort habe ich leider einige Tage verstreichen lassen. Diese Bewertung berücksichtig also nicht meine endgütlige Antwort.