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Frage geschrieben am 31.10.2014 21:13:45

Betreff: Steuerklasse bei eingetragenen Lebenspartnerschaften


Rechtsgebiet: Steuerrecht
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Guten Tag,

meine Freundin und ich haben vor eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu wählen.

Welche Steuerklassen können wir wählen?

Ich arbeite Vollzeit, Sie geht in den Mutterschutz.

MFG

Christopher Lampe


Antwort geschrieben am 31.10.2014 23:38:22
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Frage gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Durch das auch für Sie geltende Ehegattensplitting, wird die Einkommensteuer für zwei Partner gemeinsam berechnet. Wer dabei wie viel vom Gesamteinkommen verdient, spielt keine Rolle, ist aber für die Wahl der Steuerklasse unterjährig für den Lohnsteuerabzug wichtig.

Zunächst wird Ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt. Dieses wird halbiert und die darauf entfallende Einkommensteuer nach dem Einkommensteuertarif berechnet. Dieser Betrag wird dann verdoppelt.

Dies wirkt sich natürlich besonders für Paare aus, bei denen ein Partner deutlich mehr als der andere verdient. Es gibt mehrere Kombinationsmöglichkeiten, wobei ich Ihnen die Steuerklasse III und Ihrer Partnerin die Steuerklasse V nach Beginn der Mutterschaft empfehle.

Nach Antritt deswegen weil für Arbeitnehmer mit Steuerklasse V nämlich Lohnersatzleistungen deswegen grundsätzlich geringer ausfallen, da durch den höheren Lohnsteuerabzug weniger Nettolohn verbleibt, als beim Lohnsteuerabzug nach den Steuerklassen III oder IV.

Vor Antritt des Mutterschaftsurlaubes sollte es deswegen genau umgekehrt sein, um möglichst hohe Lohnersatzleistungen zu erhalten. Die zuviel gezahlte Lohnsteuer gibt es bei der Einkommensteuerveranlagung zurück.

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass ein derartiger Steuerklassenwechsel mit dem Ziel, ein höheres Elterngeld/ Mutterschaftsgeld zu erhalten, keinen Rechtsmissbrauch darstellt. Dies gilt sowohl für den Wechsel von der Steuerklasse IV oder V indem der Ehe-/Lebenspartner, der in den Monaten vor der Geburt deutlich weniger verdient, durch die Wahl der Steuerklasse III ein höheres Nettoentgelt bezieht und damit seine Lohnersatzleistungen erhöht.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, stehe ich selbstverständlich gerne noch einmal zu deren Beantwortung bereit.

Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
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