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Frage geschrieben am 08.08.2013 22:38:37

Betreff: Steuerliche Absetzung des Zweitwohnsitzes


Rechtsgebiet: Selbstständige
Einsatz: € 40.00
Status: Beantwortet
Hallo,

ich bin ein freiberuflicher IT-Berater und habe einen neuen Auftrag für ein Jahr in einer Stadt ca. 200 Km von meinem Wohnort entfernt. Da werde ich im Durchschnitt 2 - 3 Tage pro Woche übernachten. Dafür habe ich nun ein Zimmer für 500,- (warm inkl. Parkplatz) gemietet. Das ist wohl günstiger als ein Hotel. Nun meine Fragen:

1) Kann ich die gesamte Miete für dieses Zimmer steuerlich geltend machen? Im Internet habe ich unterschiedliche Aussagen dazu gefunden. Manche meinen, dass man alles absetzen kann. Andere schreiben, dass man die Miete anteilig und zwar nur für die tatsächlichen Übernachtungen absetzen kann. Das ist wiederum unlogisch, weil eine Übernachtung im Hotel um einiges teurer ist. Da hätte das Finanzamt auch nichts davon!
2) Ist das Zimmer dann eine Betriebsstätte oder der Zweitwohnsitz? Bei meinem Steuerprogramm gibt es keinen Zweitwohnsitz. Bei der Erfassung bietet es mir nur die Option „Betriebsstätte"!
3) Ich fahre montags von meinem Hauptwohnort zum Kunden. Nach der Arbeit fahre ich dann zu meiner Wohnung und am letzten Einsatztag fahre ich dann direkt nach Hause. Ich führe ein Fahrtenbuch. Als was soll ich die Fahrten nach dem Feierabend zwischen dem Kundenstandort und meiner Wohnung in der anderen Stadt eintragen, geschäftliche Fahrt oder Fahrt „Wohnung/Arbeit"?

Vielen Dank.


Antwort geschrieben am 09.08.2013 10:25:09
Steuerberater/Dipl.Betriebswirt Ulrich Stiller
Schwabstr. 40, 71229 Leonberg, Tel: 07152/23331, Fax: 07152/22709
Steuerberatung
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Sehr geehrter Ratsuchender,

besten Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Grund Ihrer Angaben und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

In Ihrem Falle liegen die Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung vor, da Sie vorübergehend auswärtig tätig sind und am auswärtigen Beschäftigungsort Ihren Zweitwohnsitz haben. Daher können Sie die 500 Euro monatlich in vollem Umfang als Betriebsausgaben absetzen.

Daneben können Sie für die ersten 3 Monate Verpflegungsmehraufwendungen in Höhe von 24 € täglich geltend machen, nach Ablauf von 3 Monaten können Sie jedoch keine Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen.

Die Fahrten zwischen dem Kundenstandort und Ihrer Zweitwohnung sind beruflich veranlasst und stellen daher Betriebsausgaben dar. Daher handelt es sich um eine geschäftliche Fahrt, die sie auch so in Ihr Fahrtenbuch eintragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen behilflich sein.


Mit freundlichen Grüßen


Ulrich Stiller
Steuerberater




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