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Frage geschrieben am 22.05.2013 12:35:54

Betreff: Steuerliche Behandlung Fahrtkosten bei doppelter Haushaltsführung (Gewerbebetrieb)


Rechtsgebiet: Selbstständige
Einsatz: € 100.00
Status: Beantwortet

Guten Tag,

ich benötige für meine Steuererklärung 2012 eine verlässliche Auskunft zur steuerlichen Behandlung der angefallenen Fahrtkosten im Zusammenhang mit einer doppelten Haushaltsführung bei Vorliegen eines Gewerbebetriebs, also als Selbständiger.

Der Sachverhalt:

Ich bin wie gesagt selbständiger IT-Berater (gewerblich tätiger Einzelunternehmer, sog. "IT-Freelancer") . Als einzige angemeldete Betriebsstätte meines Gewerbes dient mein Arbeitszimmer in meiner privaten Wohnung in der Stadt [X], in der ich gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin meinen Lebensmittelpunkt habe.

Seit Mitte 2011 bin ich über einen Projektvermittler für einen Endkunden überwiegend in der Stadt [Y] tätig. Aus diesem Grund habe ich mir in Stadt [Y] eine möblierte Dienstwohnung angemietet und begründe hierdurch eine doppelte Haushaltsführung, die ich für 2011 erstmalig beim Finanzamt geltend gemacht habe. Die doppelte Haushaltsführung wurde akzeptiert und ich konnte für die ersten drei Monate der Begründung der doppelten Haushaltsführung die Verpflegungsmehraufwände geltend machen (für 2011). Alle Kosten für den Unterhalt der Dienstwohnung (Miete inkl. Möblierungszuschlag) verbuche ich als Betriebsaufwand.

Seit 2012 ermittle ich meine Fahrtkosten exakt durch Aufzeichnungen in einem Fahrtenbuch. Alle Fahrten - egal ob dienstlich oder privat - erfolgen mit meinem privaten PKW (älteres Modell). Dienstliche Fahrten werden mit 0,30 €/km in Ansatz gebracht.

Unklar ist nun, wie die unterschiedlichen anfallenden Typen von Fahrten im Einzelnen steuerlich zu bewerten sind:

Es gibt folgende Orte, die hier relevant sind:

1. Meine private Wohnung in Stadt [X], die gleichzeitig meine Betriebsstätte ist.
2. Meine Dienstwohnung (doppelter Haushalt) in Stadt [Y] in der ich mich in der Regel nur werktags aufhalte.
3. Unterschiedliche Einsatzorte beim Kunden in Stadt [Y], die meist von der Dienstwohnung aus anfahre.

Es gibt sodann folgende Typen von Fahrten (Wichtiger Hinweis: bitte beachten Sie auch angefügte Grafik aus der PDF-Datei in der Anlage zu dieser Anfrage!):

Fahrttyp A: von zuhause in Stadt [X] zur Stadt [Y] in die Dienstwohnung (wöchentlich ca. 250 km)

Fahrttyp B: von der Dienstwohnung zu einem Einsatzort beim Kunden bei Stadt [Y] (täglich ca. 10 km)

Fahrttyp C: Fahrten zwischen unterschiedlichen Einsatzorten bei Stadt [Y] (mehrmals wöchentlich ca. 10-50 km)

Fahrttyp D: Rückfahrten von Einsatzorten bei Stadt [Y] zur Dienstwohnung in Stadt [Y] (täglich ca. 10 km)

Fahrttyp E: Wochenendheimfahrten von Stadt [Y] nach Hause zur Stadt [X] (wöchentlich ca. 250 km)

>>> Bitte beachten Sie die PDF-Datei als Anlage! <<<

Es ergeben sich nun folgende Fragen:

1. Wie sind die unterschiedlichen Fahrttypen A, B, C, D und E steuerlich zu bewerten? Handelt es sich jeweils um dienstliche Fahrten, für die ich 0,30 € / km als Betriebsausgaben in Ansatz bringen kann oder um private Fahrten, deren Kosten ich selbst zu tragen habe?

2. Wie verhält es sich in den Sonderfällen A', E' und C' (siehe hierzu Grafik in PDF-Datei)?

3. Handelsübliche Fahrtenbücher sehen die Kategorierung jeder einzelnen PKW-Fahrt in drei Kategorien vor: a) dienstliche Fahrten, b) private Fahrten und c) Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Ist es korrekt, dass für mich in meiner konkreten Konstellation nur die Kategorien a) und b) zur Anwendung kommen, da die Arbeitsstätte (also meine Betriebsstätte) mit meiner privaten Wohnung zusammenfällt?

4. Zusatzfrage: Sehen Sie hier Ansätze, um ggf. Steuern sparen zu können? Wie verändert sich die Situation, wenn ich z.B. die Dienstwohnung aufgebe und wie einige Kollegen stattdessen im Hotel übernachte? Dann müssten doch in jedem Fall alle Fahrtkosten als Reisekosten unzweifelhaft als dienstlich einzustufen sein, oder?

5. Zusatzfrage: Kann ich die Kosten für die Beantwortung dieser Frage als Betriebsausgaben geltend machen? ;-)

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Steuerzahler