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Frage geschrieben am 28.12.2011 14:14:14

Betreff: Studiumskosten rückwirkend absetzen (Beitreibungsrichtlinie-Umsetzung)


Rechtsgebiet: Finanzamt
Einsatz: € 35.00
Status: Beantwortet
Liebe Steuerprofis,

zunächst die Vorgeschichte:
direkt nach Schulabschluss habe ich ein Erststudium absolviert, und bin beruflich im studiumsverwandten Bereich tätig. Ich beantragte meine Studiumskosten rückwirkend als Werbungskosten anzuerkennen.
Das Finanzamt legte Einspruch ein, da vor meinem Erststudium keine Berufsausbildung stattgefunden hatte.
Ich berief mich daraufhin auf das Urteil des BFH (28.7.2011 VI R 7/10), bei dem die Aufwendungen für ein im Anschluss an das Abitur durchgeführtes Medizinstudium - ohne eine vorhergehende Berufsausbildung - als Werbungskosten anzuerkennen sind.

Nun zum eigentlichen Teil:
Das Finanzamt legte erneut Einspruch ein, zum ersten mal kommt jetzt die Begrifflichkeit "Beitreibungsrichtlinie" ins Spiel (Kernausschnitt der Anlagendatei):
"In seinen Urteilen vom 28.7.2011 hat der BFH zwar zwischenzeitlich entschieden, dass auch die erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium unmittelbar nach erfolgreichem Schulabschluss zu berücksichtigungsfähigen Werbungskosten oder Betriebsausgaben führen kann, wenn ein hinreichend konkreter Zusammenhang mit der späteren Einkünfteerzielung besteht. Mit dem Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BeitrRLUmsG) wurde diese Rechtsprechung jedoch zwischenzeitlich kassiert."

Zitat zum Stichwort Beitreibungsrichtlinie-Umsetzung aus dem Internet:
"Berufsausbildung/Erststudium: Klarstellung, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung oder für sein Erststudium keine Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten sind (§§ 4 Abs. 9, 9 Abs. 6 EStG, § 12 Nr. 5 EStG)..."
Wenn ich mich nicht täusche, erschien diese Richtlinie leider nach dem - oben genannten - Urteil vom 28.7.2011.

Fragen:

1. Wie stehen Sie die Chancen für mich, falls ich einen Einspruch einlegen würde?

2. Falls ein Einspruch Aussicht auf Erfolg hat, welche Antwort/Begründung würden Sie mir auf das Schreiben vom Finanzamt empfehlen?

3. Angenommen ich würde Einspruch einlegen, wie hätte man sich die juristische Auseinandersetzung vom Workflow her vorzustellen? Würde der Fall dann direkt vor Gericht landen, und der Verlierer müsste die Kosten beider Seiten tragen?


Antwort geschrieben am 28.12.2011 17:04:43
Marlies Zerban
Binger Str. 51, 55218 Ingelheim, Tel: 06132 78684-0, Fax: 06132 78684-29
Steuerberatung
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Sehr geehrter Fragesteller, ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben d............

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