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Frage geschrieben am 11.04.2014 15:09:05

Betreff: Unterhalt für Bedürftige


Rechtsgebiet: Außergewöhnliche Belastungen
Einsatz: € 30.00
Status: Beantwortet
November, Dezember 2013 bezog mein Sohn pro Monat 311 Euro Bafög (Zuschussanteil), Ehefrau 638 Euro brutto (537 netto) Elterngeld, mit im Haushalt lebt noch ein Baby.
Das Finanzamt will meine Unterhaltsleistungen nicht anerkennen wegen zu hohen eigenen Einnahmen der Familie.WARUM?
Er hatte hohe Werbungskosten wegen der Fahrten zur Schule. Zählt das mit???


Antwort geschrieben am 11.04.2014 17:13:31
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung, Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Aus Ihrer Frage geht nicht so eindeutig hervor, für wen Sie Unterhalt als agB´s geltend machen wollen. Ich gehe weiter davon aus, dass Sie von Ihrer Familie getrennt leben. Auch das wird nicht so recht klar, sodass ich meine Antwort etwas allgemein halte.

§ 33 a EStG sagt, dass wenn einem Steuerpflichtigen Aufwendungen für den Unterhalt und eine etwaige Berufsausbildung gegenüber einer gesetzlich unterhaltsberechtigten Person erwachsen, die Einkommensteuer auf Antrag dadurch ermäßigt wird, dass die Aufwendungen bis zu 8. 354,-- Euro (2014) im Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden können.

Voraussetzung ist, dass weder der Steuerpflichtige noch eine andere Person Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder auf Kindergeld für die unterhaltene Person hat und die unterhaltene Person kein oder nur ein geringes Vermögen besitzt. Hat die unterhaltene Person andere Einkünfte oder Bezüge, so vermindert sich der Betrag der agB´s um den Betrag, um den diese Einkünfte und Bezüge den Betrag von 624 Euro im Kalenderjahr übersteigen, sowie um die von der unterhaltenen Person als Ausbildungshilfe aus öffentlichen Mitteln oder von Förderungseinrichtungen, die hierfür öffentliche Mittel erhalten, bezogenen Zuschüsse.

Wenn jemand also für Ihren Sohn Kindergeld bekommt oder Anspruch auf einen Kinderfreibetrag hat, sind Aufwendungen für dessen Unterhalt vom Abzug ausgeschlossen.

Um Unterhalt für Ihren Ehegatten anerkannt zu bekommen, müssen Sie dauernd getrennt leben und es dürfen keine Unterhaltsleistungen zum Sonderausgabenabzug beantragt werden, die beim unterhaltenen Teil zu Einkünften führen.

Um den abzugsfähigen Betrag zu ermitteln, müssen Sie die Jahresbezüge ermitteln. Davon ziehen Sie eine Kostenpauschale von 180,-- € ab. Davon zieht man den anrechnungsfreien Betrag i.H.v. 624,-- € ab. Um diesen Betrag vermindert man den Unterhalthöchstbetrag und es ergibt sich die max. abziehbare Unterhaltsleistung.

Wird Elterngeld bezogen, wird das Elterngeld nur bedingt als Einkommen angesehen. Die Sockelbeträge in Höhe von 300 Euro (Mindestbetrag) dürfen für die Berechnung des Unterhaltsanspruches nicht herangezogen werden. Eine Elterngeldzahlung, die jedoch höher ist gilt als eigenes Einkommen.

on den eigenen Einkünften sind die Werbungskosten selbstverständlich zu kürzen.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld
Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de






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Ich erfuhr Einzelheiten, die ich bisher weder im "Konz" noch im Netz oder beim Finanzamt erfahren habe - z.B. die Sache mit dem "Sockelbetrag". Nun versuche ich mein Glück noch einmal beim Finanzamt - das ist dann der wahre Test für die Antwort.

Stellungnahme vom Steuerberater:
Den wahren Test für die Richtigkeit der Antwort eines Steuerberaters auf Seiten des Finanzamtes zu suchen, und vorher schon zu wissen, dass letztere Antwort dann die einzig richtige ist, ist schon bemerkenswert. Warum lässt sich der Fragesteller oder die Fragestellerin nicht direkt vom FA kostenlos beraten? Trau, schau, wem?