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Frage geschrieben am 02.12.2012 20:05:21

Betreff: Unterhaltsabfindung an Ehefrau


Rechtsgebiet: Außergewöhnliche Belastungen
Einsatz: € 30.00
Status: Beantwortet
Hallo Steuerprofi.de,

im Rahmen derTrennung von meiner Ehefrau (in 2011) haben wir eine notarielle Scheidungsvereinbrung getroffen. Im Rahmen dieser Scheidungsvereinbarung haben wir uns geeignigt, dass meine Frau auf Ehegattenunterhalt verzichtet, ich ihr im Gegenzug eine Abfindung (ca. 40.000,- €) als Einmalbetrag ausbezahle. Die Auszahlung erfolgte 2011.

Meine Fragen:

- Kann ich diese Abfindung steuerlich als außergewöhnliche Belsatung gelten machen und zwar in sofern, dass ich nur den Pauschalbetrag von 8.004,- € geltend mache, sodass sie keine Zustimmung in Anlage U machen muss und auch keinen steurerlichen Nachteil daraus hat?
- Kann ich diesen Betrag auf mehrere Jahre vortragen?

Ihnen im Voraus vielen Dank!



Antwort geschrieben am 02.12.2012 21:14:56
Marlies Zerban
Binger Str. 51, 55218 Ingelheim, Tel: 06132 78684-0, Fax: 06132 78684-29
Steuerberatung
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

1. Falls Sie beabsichtigen, einen Teilbetrag als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG geltend zu machen, ist dies grundsätzlich möglich. Sie müssen jedoch bedenken, dass Sie die sogenannte "zumutbare Belastung" selbst tragen müssen, § 33 Abs. 3 EStG. Der Anteil, den Sie selbst tragen müssen, hängt von dem Einkommen und der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen ab. Die zumutbare Belastung beträgt bei einem Gesamtbetrag des Einkommen zwischen Euro 15.340 bis Euro 51.130 ohne Kinder 6%. Liegt der GdE bei Euro 40.000, so müssen Sie den Betrag von Euro 8.004 um Euro 2.400 mindern.

Daher ist es anzuraten, die Auswirkungen des Realsplitting zu prüfen. Dabei können Sie bis Euro 13.000 im Jahr der Zahlung absetzen, sie versteuert den korrespondierenden Betrag.

Ein Vortrag in die kommenden Jahre ist nicht möglich. Es wäre möglicherweise günstiger gewesen, die Abfindung auf mehere Jahre zu verteilen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen, für eine Nachfrage stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin