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Frage geschrieben am 02.03.2013 17:08:08

Betreff: Verkauf einer geschenkten Immobilie


Rechtsgebiet: Schenkungssteuer
Einsatz: € 20.00
Status: Beantwortet
Ich habe im September 2011 von meiner Mutter eine vermietete Immobilie im Wert von 250.000 Euro geschenkt bekommen. Sie hat diese nach dem Tod meiner Großmutter 2006 als meine Vorerbin (Berliner Testament) übernommen. Die Immobilie ist seit mehr als 40 Jahren im Besitz unserer Familie. Nach allem, was ich bisher weiß, wäre daher ein Verkauf der Immobilie steuerfrei, da mit der Schenkung keine neue Spekulationsfrist beginnt.

Auf der Immobilie lag zum Schenkungszeitpunkt eine Hypothek in Höhe von 30.000 Euro sowie ein laufender Kredit von damals ca. 14.000 Euro (inzwischen weniger). Hypothek und Kredit bestanden schon zu Lebzeiten meiner Großmutter.

Nun habe ich mehrfach gelesen, dass bei Übernahme eines Kredits bei Schenkung eine entgeltliche Übernahme stattfindet (also doch keine Schenkung) und daher eine neue 10-jährige Spekulationsfrist beginnt, obwohl die Immobilie bereits lange in Familienbesitz war.

Ist das in jedem Fall so? Wenn ja, wie würde bei einem Verkauf der Immobilie in diesem Jahr die Steuer berechnet werden?


Antwort geschrieben am 02.03.2013 18:04:05
Marlies Zerban
Binger Str. 51, 55218 Ingelheim, Tel: 06132 78684-0, Fax: 06132 78684-29
Steuerberatung
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Es trifft zu, dass in Höhe der Übernahme eines Kredits hierdurch - jedoch nur anteilig - Anschaffungskosten auf die Immobilie entstehen. Der Betrag über die eingetragene Hypothek spielt dagegen keine Rolle, dies ist insoweit nur eine Grundbuchposition.

Danach wurde die Immoblie zu ca. 8,5 % entgeltlich erworben, im Übrigen unentgeltlich.

Ein steuerpflichtiger Gewinn entsteht nur, wenn die Immobilie zu einem höheren Preis als dem Verkehrswert im Zeitpunkt veräußert wird, entsprechend auch nur zu dem entgeltlich erworbenen Anteil.

Beispiel: Die Immobilie wird zu einem Preis von Euro 250.000 veräußert, dann entsteht kein steuerpflichtiger Gewinn.

Wird die Immobilie zu einem Preis von Euro 300.000 verkauft, dann entsteht insgesamt ein Mehrwert von Euro 50.000. Steuerpflichtig davon ist allerdings nur ein Betrag in Höhe von maximal Euro 4.250 (8,5 % von Euro 50.000).

Sie können von dem Verkaufserlös noch Veräußerungskosten (anteilig) abziehen, etwa die Kosten für einen Makler oder für Anzeigen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und stehe für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin




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