Diese Seiten wurden archiviert. Eine steuerrechtliche Beratung finden Sie auf den Steuerrecht Seiten von frag-einen-anwalt.de
Frage geschrieben am 17.01.2012 10:34:12

Betreff: Verkaufsgewinn von GmbH-Anteilen und Eintrag in Anlage G


Rechtsgebiet: Generelle Themen
Einsatz: € 50.00
Status: Beantwortet
Sehr geehrte Damen und Herren,

im letzten Jahr habe ich meinen Geschäftsanteil an einer GmbH (33%) verkauft. Ich möchte nun den Verkaufsgewinn ermitteln und gemäß §17 EStG in der Anlage G meiner Einkommensteuererklärung eintragen. Ein Anspruch auf Freibetrag gem. §16 Abs.4 EStG existiert nicht (jünger als 55, weiterhin berufstätig).

Was muss ich nun in der Anlage G eintragen?

1.) sind das leglich die Zeilen 34 bis 37? Wo ist was einzutragen?

2.) muss ich in Zeile 34 den gesamten Verkaufsgewinn eintragen (Differenz zwischen Verkaufspreis und Kaufpreis = 14.500 €), oder bereits den um Werbungskosten bereinigten Betrag?

3.) Wer berücksichtigt den steuerpflichtigen Anteil gemäß dem Teileinkünfteverfahren? Macht dies das Finanzamt vom in Zeile 34 angegebenen Gewinn, oder darf ich die 40% unzuversteuernden Teil bereits vorher abziehen?

4.) Wo und wie wird der Freibetrag von 3.020,- € (anteilig 33% aus 9.060,- €) berücksichtigt?

5.) Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit dem Verkauf, habe ich Kosten für einen Rechtsanwalt, die ich gerne von der Steuer absetzen möchte. Darf ich diese Kosten als Werbungskosten direkt vom zu versteuernden Verkaufsgewinn abziehen?

5.) In welcher Reihenfolge sind steuermindernde Kosten und Freibeträge vom ursprünglichen Wert abzuziehen?

Für Ihre Hilfe vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen







Antwort geschrieben am 17.01.2012 12:07:15
MScBM Ralf Wittrock
Scharnhorststraße 14, 48151 Münster, Tel: 0251 20318118, Fax: 032 121277650
Steuerberatung
Bewertungen: 30 5
RSS-Feed www.frag-einen-steuerprofi.de Antworten von Ralf Wittrock als RSS-Feed abonnieren!
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung der Vorgaben dieser Plattform und Ihres Einsatzes.

Die Veräußerung des 33%-GmbH-Anteils unterliegt den Bestimmungen des § 17 EStG. Die Besonderheiten des § 16 EStG kommen hier nicht zur Anwendung.

1.) Den Veräußerungsgewinn müssen Sie in Zeile 40 eintragen.

2.) Der Veräußerungsgewinn ist der Veräußerungspreis abzüglich der Anschaffungskosten (Kaufpreis plus Anschaffungsnebenkosten) und abzüglich der Veräußerungskosten. Das, was Sie als Werbungskosten bezeichnen, sind hier die Veräußerungskosten. Darunter fallen Notar- und Anwaltskosten, die in unmittelbarer sachlicher Beziehung zu dem Veräußerungsgeschäft stehen (Frotscher, EStG, § 17, Rz. 198).

3.) Eingetragen werden muss in Zeile 40 nur der steuerpflichtige Teil des Veräußerungsgewinns. Das sind also 60 % des Veräußerungsgewinns gem. Teileinkünfteverfahren, d.h. Sie ziehen die steuerfreien 40 % vorher ab. Sie können der Steuererklärung ein Beiblatt beifügen, aus der sich ihre Berechnung ergibt.

4.) Den Freibetrag kann man nicht im Formular eintragen. Er wird automatisch vom Finanzamt berücksichtigt. Sie sollten daher auf einem Beiblatt erklären, dass Sie ein Drittel der Anteile gehalten haben. Normalerweise kennt das Finanzamt allerdings auch die Beteiligungsverhältnisse, sodass es automatisch der Freibetrag ausrechnen kann.

5.) Diese Anwaltskosten dürften Veräußerungskosten darstellen. Sie sollten diese Kosten daher im Rahmen der Ermittlung des Veräußerungsgewinns berücksichtigen (siehe unter 2.)

6.) Der Freibetrag sollte automatisch durch das Finanzamt vom steuerpflichtigen Teil des Veräußerungsgewinns abgezogen werden. Achten Sie daher im Steuerbescheid genau darauf, ob dies so gemacht wird. Die Berechnungsmethode können Sie im Steuerbescheid erkennen.

Bei dem Freibetrag ist noch zu beachten, dass dieser nur dann vollständig gewährt wird, wenn der steuerpflichtige Teil des Veräußerungsgewinns (in ihrem Fall) geringer als 1/3 von 36.100 EUR (also 12.033 EUR) ist. Wenn der steuerpflichtige Teil des Veräußerungsgewinns diesen Betrag übersteigt, wir der Freibetrag proportional geringer. Ab einem (steuerpflichtigen Teil des) Veräußerungsgewinn(s) von (in Ihrem Fall) 15.053 EUR entfällt der Freibetrag vollständig.

Ich hoffe, Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit und verständlich beantwortet zu haben. Wenn noch Unklarheiten bestehen, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Freundliche Grüße,
Ralf Wittrock, MScBM
Steuerberater

Tel.: +49 251 20318118
ralf.wittrock@rw-up.de
www.rw-up.de




Bewertung der Antwort vom Fragesteller

Hat Ihnen der Steuerberater weitergeholfen?

Wie verständlich war der Steuerberater?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Steuerberater?

Empfehlen Sie diesen Steuerberater weiter?
Bewertung:
Sehr schnelle, detaillierte und erschöpfende Antwort! Vielen Dank!