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Frage geschrieben am 16.12.2013 15:23:50

Betreff: Vermittlungsleistungen nach §3a Abs. 3 Nr. 4?


Rechtsgebiet: Umsatzsteuer
Einsatz: € 100.00
Status: Beantwortet
Unser Unternehmen hat seinen Sitz und Betriebsstätte in einem Drittland gem. §1 Abs. 2 UStG.

Unser Unternehmen vermittelt (mit der Erlaubnis der BaFin) Finanzinstrumente gem. §1 Abs. 1a Satz 2 Nr.1 und Nr. 2 KWG zwischen a.) Unternehmen und Unternehmen, b.) Unternehmen und Privatpersonen und c.) Privatpersonen und Privatpersonen (im weiteren Parteien), die ihren Sitz, bzw. Wohnsitz im deutschen Inland haben.

Für die Vermittlung erhält unser Unternehmen eine Vermittlungsprovision von beiden an der Vermittlung beteiligten Parteien. Der Kaufpreis für die vermittelten Finanzinstrumente selbst fließt direkt zwischen den Parteien ohne Beteiligung unseres Unternehmens.

Wie ist unsere Vermittlungsleistung und die dafür erhaltene Vermittlungsprovision umsatzsteuerlich zu bewerten? Einmal wenn die Vermittlungsleistung an Unternehmen und einmal wenn diese an Privatpersonen erfolgt?


Antwort geschrieben am 18.12.2013 00:12:52
Patrick Färber
Brunnenstr. 31, 79312 Emmendingen, Tel: 0, Fax: 0
Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Unternehmenssteuern, Steuerrecht, Steuerpflicht
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Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Anfrage beantworte ich Ihnen sehr gerne auf Basis Ihrer Sachverhaltsangaben und im Rahmen einer Erstberatung wie folgt:

Soweit ich verstehe, sind Leistungsempfänger Ihrer Vermittlungsleistung beide am Vertrag über den Erwerbe eines Finanzinstruments beteiligten Parteien.

Ihre Leistungen an die jeweiligen Vertragspartner sind wie folgt zu beurteilen:

A. Ihr Unternehmen (Drittland) an einen Unternehmer in Inland

- Ort der Leistung im Inland beim Leistungsempfänger, d.h. steuerbar in DE (§ 3a Abs.2)
- Aber m.E. steuerfrei nach § 4 Nr. 8 UStG, da Finanzumsätze vorliegen.
- Der Leistungsempfänger hat hierfür keinen Vorsteuerabzug. Daher kommt die Regelung des Reverse-Charge-Verfahrens nicht zur Anwendung mangels Steuerpflicht.

Würde die Steuerbefreiung für Finanzumsätze nicht eingreifen, so müsste der empfangende Unternehmer "Ihre" Umsatzsteuer abführen und hätte gleichzeitig Vorsteuerabzug.

B. Ihr Unternehmen (Drittland) an einen Nicht-Unternehmer im Inland

- Ort der Leistung dort, wo der vermittelte Umsatz als ausgeführt gilt, § 3a Abs. 3 Nr. 4;
- Der vermittelte Umsatz ist wiederum eine sonstige Leistung zwischen inländischen Vertragsparteien, die im Inland ausgeführt wird, da sich Ihre Auftraggeber im Inland befinden (laut Ihren Angaben).
- Daher ist der Ort wieder im Inland, aber m.E. wiederum steuerfrei wegen § 4 Nr. 8 UStG


Sofern noch Rückfragen bestehen, fragen Sie gerne nach!

Mit freundlcihen Grüssen

Patrick Färber
Steuerberater
post@richtig-gegensteuern.de


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