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Frage geschrieben am 02.01.2014 12:31:33

Betreff: Verpflegungsmehraufwand bei Umzug


Rechtsgebiet: Werbungskosten
Einsatz: € 30.00
Status: Beantwortet
Hallo,

ich bin selbständiger Programmierer und habe meinen Hauptwohnsitz in Köln. 2013 war ich für einen Programmierjob für längere Zeit in Berlin gebucht, daher habe ich dort Wohnungen zur Zwischenmiete angemietet. Konkret wohnte ich vom 15. April bis 7. September in einer Wohnung im Prenzlauer Berg. Danach kamen die Vermieter aus dem Urlaub wieder und ich mietete vom 16. September bis zum 18. Dezember eine Wohnung in Neukölln an.

Nun stehe ich vor der Frage für welchen Zeitraum ich einen Verpflegungsmehrauswand geltend machen kann. Die ersten drei Monate vom 15. April bis 15. Juni wären kein Problem. Könnte ich aber noch den Zeitraum vom 16. September bis 16. November geltend machen? Dies wären drei Monate nach meinem Umzug innerhalb Berlins. Die Wohnungen waren 10 Kilometer voneinander entfernt, wodurch ich versorgunstechnisch eine vollkommen neue Situation vorgefunden habe und dadurch auch erhöhte Verpflegungskosten hatte. Sieht das der Gesetzgeber genau so, oder kann ich nur die ersten drei Monate geltend machen?

Danke!

-- Einsatz geändert am 03.01.2014 09:14:54


Antwort geschrieben am 03.01.2014 22:46:04
Patrick Färber
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Verpflegungsmehraufwand

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage kann ich auf Basis Ihrer Angaben und im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

Ich verstehe den Sachverhalt so, dass Sie als selbständiger Programmierer einen Auftrag über mehrere Monate hatten und sich in dieser Zeit dauerhaft in Berlin befanden, also keine doppelte Haushaltsführung vorlag. Während dieser Zeit haben Sie einmal vor Ort die Wohnung gewechselt.

Nach § 4 Abs. 5 Nr. 5 S.5 EStG ist die Verpflegungspauschale bei einer längerfristigen vorübergehenden Tätigkeit AN DERSELBEN Tätigkeitsstätte auf die ersten 3 Monate beschränkt.

Die von Ihnen angesprochene Dreimonatsfrist wird mit dem Ort betrieblichen Tätigkeit verbunden. Damit ist bei Ihnen die Tätigkeit am Ort des Kunden gemeint.

„Dieselbe Auswärtstätigkeit" läge NICHT vor, wenn Sie z.B. nur 1-2 mal wöchentlich zu demselben Kunden/Tätigkeitsort gehen würden.

Die 3-Monats-Frist beginnt nur dann neu zu laufen, wenn die Unterbrechung der Tätigkeit mehr als 4 Wochen gedauert hat, d.h. wenn Sie z.B. für mehr als 4 Wochen einen neuen Auftrag bei einem anderen Kunden übernommen hätten und anschließend wieder zurückkehren.

So wie ich Ihre Angaben verstehe, waren Sie in der Zeit für ein und denselben Kunden dauerhaft am gleichen Ort tätig. Wenn dem so ist, dann können Sie die Verpflegungspauschale nicht noch einmal in Anspruch nehmen.

Ich bedauere, keine günstigere Antwort geben zu können.

Patrick Färber
Steuerberater
post@richtig-gegensteuern.de