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Frage geschrieben am 13.08.2014 14:04:32

Betreff: Versteuerung Firmen-Pkw Fahrtenbuchmethode: Berechnung + Umsetzung in der EkSt-Erkl.


Rechtsgebiet: Steuererklärung
Einsatz: € 60.00
Status: Geschlossen

A) Ausgangssituation mit Zahlenbeispiel

* angestellter Geschäftsführer in einer GmbH (keine Gesellschaftsanteile) --> d.h. ich gehe davon aus, dass es hier keine Unterschiede zu einem „normalen" Arbeitnehmer gibt
* Firmen-Pkw, auch zur privaten Nutzung, keine Eigenbeteiligung/Zuzahlung
* Arbeitgeber wählt in der monatlichen Gehaltsabrechnung die Versteuerung nach der 1% + 0,03% - Methode

Zahlenbeispiel für Firmen-Pkw:

20.000 km p.a. Fahrten Wohnung – Arbeitsstätte (Hin- und Rückfahrt)
15.000 km p.a. Fahrten dienstlich
10.000 km p.a. Fahrten privat
---------------
45.000 km p.a. Gesamtfahrten


7.000 EUR Leasingkosten
5.000 EUR Benzinkosten
1.000 EUR Wartung/Instandhaltung
1.000 EUR Versicherungskosten/Kfz-Steuer
-----------------
14.000 EUR p.a. Gesamtkosten


B) Fragen: Konkrete Berechnung des privaten Anteils nach der Fahrtenbuchmethode

B1) Welcher Anteil der Fahrten muss bei der Berechnung des privaten Anteils nach der Fahrtenbuchmethode versteuert werden: die 10.000 km privaten Fahrten UND die 20.000 km Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte?

B2) Wenn gemäß B1) die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte angesetzt werden müssen: Ist es korrekt, dass bei diesen Fahrten der Hin- und Rückweg angesetzt werden muss (d.h. nicht nur die einfache Entfernung)?

B3) Wenn in dem obenstehenden Szenario noch eine doppelte Haushaltsführung mit wöchentlichen Familienheimfahrten hinzukäme: Müssten dann auch die Familienheimfahrten mit Hin- und Rückweg mit in den privaten Anteil eingerechnet werden? Das würde dann ja letztlich dazu führen, dass die Fahrtenbuchmethode aufgrund von hoher Streckenleistung für die Familienheimfahrten (z.B. 200 km Hinweg + 200 km Rückweg) höchstwahrscheinlich schlechter wäre als die 1% - Methode.

B4) Bei Unfallkosten (nach Verrechnung mit eventuellen Versicherungsleisten): Müsste man Unfallkosten zu den anzusetzenden Gesamtkosten hinzurechnen? Wenn ja, macht es einen Unterschied, ob die Unfallfahrt dienstlich oder privat war? Wäre dann grundsätzlich auch ein entsprechender Ansatz bei den Werbungskosten möglich?


C) Fragen: Vorgehensweise bei Ansatz der Fahrtenbuchmethode in der persönlichen Einkommensteuererklärung

C1) Ist es korrekt, dass ich in meiner persönlichen Einkommensteuererklärung die Fahrtenbuchmethode ansetzen kann, obwohl mein Arbeitgeber für die monatlichen Gehaltszahlungen die 1% + 0,03% - Methode angesetzt hat?

C2) Wo würde ich die Fahrtenbuchmethode konkret in meine Einkommensteuererklärung eintragen: Die bereits erfolgte unterjährige Versteuerung nach der 1% + 0,03% - Methode müsste ja dann korrigiert werden. Zieht man einfach den nach der 1% + 0,03% - Methode berechneten Wert vom ausgewiesenen Bruttoeinkommen ab, und setzt dafür den Wert nach der Fahrtenbuchmethode an (z.B. über eine entsprechende Nebenrechnung auf einem separaten Zettel)?

C3) Welche Nachweise, neben dem Fahrtenbuch, verlangt das Finanzamt als Nachweis der jährlichen Gesamtkosten des Autos:
* Benzinkosten: reicht hier eine Verbrauchsschätzung (durchschnittlicher Verbrauch x durchschnittlicher Literpreis), oder müssen die einzelnen Tankbelege eingereicht werden, oder reicht eine Gesamtsummenbestätigung der Firma?
* Leasingkosten, Wartung/Instandhaltung, Versicherungskosten/Kfz-Steuer: reicht eine unterschriebene Gesamtsummen-Aufstellung der Firma, oder müssen irgendwelche Einzelbelege beigefügt werden?

C4) Kann ich bei der Fahrtenbuchmethode die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als Werbungskosten geltend machen (Ansatz: einfache Entfernung x 0,30 EUR x Anzahl Tage)?