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Frage geschrieben am 30.11.2012 12:02:19

Betreff: Zeitrente


Rechtsgebiet: Renten, Pensionen
Einsatz: € 80.00
Status: Beantwortet
Ich bekomme eine Zeitrente. Über 20 Jahre erhalte ich jährlich einen festen Betrag von einer privaten Gesellschaft. Müssen diese Raten ertragssteuerlich oder mit Abgeltungssteuer versteuert werden ?
Im Falle einer Ertragsversteuerung wird meinem Alter entsprechend nach einem Prozentsatz der zu versteuernde Teil berechnet. Dieser Teil ist dann mit dem persönlichem Steuersatz zu begleichen.
Wie ist das im Falle der Abgeltungssteuer ? Wie oder nach welcher Tabelle berechne ich hier die zu versteuernden Zinsen, die der Abgeltungssteuer unterliegen.


Antwort geschrieben am 30.11.2012 14:17:33
Marlies Zerban
Binger Str. 51, 55218 Ingelheim, Tel: 06132 78684-0, Fax: 06132 78684-29
Steuerberatung
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichitgung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform. Ich weise rein vorsorglich darauf hin, dass ich hier nur an Hand des geschilderten Sachverhalts steuerrechtliche Hinweise erteilen kann.

Wenn der Gesamtbetrag, den Sie über den Lauf der Jahre erhalten, als feste Gegenleistung für den Verkauf einer Sache anzusehen ist, handelt es sich bei einer solchen Zeitrente nicht um wiederkehrende Bezüge.

In dem Gesamtbetrag ist ein Zinsanteil enthalten.

Grundsätzlich handelt es sich bei den Zinsen, die hier über den Gesamtrückzahlungszeitraum zu zahlen sind, um Zinsen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Die Besteuerung unterliegt grundsätzlich der Abgeltungsteuer, § 32d Abs. 1 S. 1 EStG (25 % zuzügl. Solidaritätszuschlag u. eventuell Kirchensteuer).

Das gilt nach Abs. 2 dann nicht, wenn der Zahlungsverpflichtete eine nahe stehende Person ist und diese Zinsen wiederum als Betriebsaufgaben absetzt. Sollte dies der Fall sein, müssten Sie dies näher darlegen.

Nach § 32d Abs. 3 S. 1 EStG müssen Sie diese Zinsen in einer Steuererklärung angeben. Dabei wird dann der Sparerfreibetrag berücksichtigt.

Sie können aber auch beantragen, dass hierfür die sogenannte "Günstigerprüfung" nach § 32d Abs. 6 S. 1 EStG angewendet wird
und Ihr persönlicher Steuertarif gebildet wird. Sollte der reguläre Steuertarif bei Ihnen unter 25 % (Einkommensteuer) liegen, wird nur der niedrigere Tarif berechnet.

Es wird dann insgesamt aus den EInkünften und den Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, Altersentlastungsbetrag und anderen Abzugsbeträgen ein zu versteuerndes Einkommen gebildet. Der Steuerbetrag, der auf diese Zinsen entfällt, wird nicht separat ausgewiesen. Es handelt sich dann um die Regelbesteuerung. Der "normale" Tarif wird nur dann angesetzt, wenn er günstiger als die Abgeltungsteuer ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen, für eine Rückfrage stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin