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Frage geschrieben am 05.10.2014 16:59:42

Betreff: Zusammenveranlagung nicht EU-Ausland


Rechtsgebiet: Einkommenssteuer
Einsatz: € 50.00
Status: Beantwortet
Ich habe in einem nicht-EU-Ausland geheiratet. Wegen des geforderten Sprachtests musste meine Frau zunächst unfreiwillig in ihrer Heimat bleiben. Geht dadurch auch der Anspruch auf Zusammenveranlagung für diesen Zeitraum verloren?


Antwort geschrieben am 05.10.2014 19:27:57
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sehr gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Für die Beantwortung Ihre Frage ist § 1a u. § 26 EStG einschlägig.

§ 1a EStG

(1) Für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Staates, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum anwendbar ist, die nach § 1 Absatz 1 unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind oder die nach § 1 Absatz 3 als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig zu behandeln sind, gilt bei Anwendung von § 10 Absatz 1 Nummer 1, 1a und 1b und § 26 Absatz 1 Satz 1 Folgendes:

1....

2. der nicht dauernd getrennt lebende Ehegatte ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland wird auf Antrag für die Anwendung des § 26 Absatz 1 Satz 1 als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt. 2Nummer 1 Satz 2 gilt entsprechend. 3Bei Anwendung des § 1 Absatz 3 Satz 2 ist auf die Einkünfte beider Ehegatten abzustellen und der Grundfreibetrag nach § 32a Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 zu verdoppeln.

§ 26 EStG Veranlagung von Ehegatten

(1) 1Ehegatten können zwischen der Einzelveranlagung (§ 26a) und der Zusammenveranlagung (§ 26b) wählen, wenn
1.
beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig im Sinne des § 1 Absatz 1 oder 2 oder des § 1a sind....

Wenn ich Ihre Frage also insoweit richtig verstehe und die Wohnsitzvorraussetzungen auf Ihre Partnerin nicht zutreffen, kommt insoweit ist aus meiner Sicht eine Zusammenveranlagung nicht in Betracht.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, stehe ich selbstverständlich gerne noch einmal zu deren Beantwortung bereit.

Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
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