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Frage geschrieben am 18.06.2014 23:37:58

Betreff: auf nettobetrag anfallende Erbschaftssteuer


Rechtsgebiet: Erbschaftssteuer
Einsatz: € 50.00
Status: Beantwortet
es sollen 800.000.- euro vererbt werden. vater auf sohn.
netto sollen 800.000.- für den erben herauskommen.
Freibetrag liegt nur bei 40.000.-
Fage: wie hoch muss die erbschaftsumme sein um netto für den erben 800.0000.- zu ergrbeben


Antwort geschrieben am 19.06.2014 08:56:16
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
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Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Wenn ich Ihre Frage richtig verstehe, wollen Sie wissen, wie hoch der Geldbetrag einer Schenkung vom Vater auf den Sohn sein muß, damit der Sohn die vollen 800 T€ in Summe behalten kann.

Hierzu müssen Sie wissen, dass das Erbschaftsteuergesetz als Schuldner der Steuer bei Schenkungen gem. § 20 ErbStG nicht nur den Erwerber, sondern auch den Schenker vorsieht. Bei einer Schenkung zwischen Vater und Sohn sind 400 T€ steuerfrei. Sie hatten 40 T€ geschrieben, wobei ich vermute dass das ein Tippfehler war.

Ich möchte Sie einmal sinngemäß mit den einschlägigen Rechtsvorschriften bekannt machen.

Gem. § 15 ErbStG gibt es unterschiedliche Steuerklassen wobei Kinder grundsätzlich unter die Steuerklasse I fallen.

Gem. § 16 ErbStG gibt es für Kinder im Sinne der Steuerklasse I einen Freibetrag in Höhe von 400 000 Euro.

Gem. § 19 ErbStG beträgt die Steuer bei Steuerklasse I und dem von Ihnen angedachten Betrag, 15 % des steuerpflichtigen Erwerbes.

Würden Sie nun "brutto" 800 T€ an Ihren Sohn verschenken, ergäben sich 15 % Steuer auf 400 T€ somit 60 T€. Wäre Ihr Sohn Schuldner der Steuer, verblieben ihm nur 740 T€.

Würden Sie nun 871 T€ verschenken, betrüge die Steuer rd. 71T€ Und Ihrem Son würden netto rd. 800 T€ verbleiben.

Wenn nun aber Sie die Schenkungsteuer übernehme würden, was nach dem Gesetz möglich ist (Schenkungsvertrag mit Verpflichtung zur Übernahme der Steuer) gilt die übernommene Steuer ebenfalls als Zuwendung.

Beispiel: Sie schenken Ihrem Sohn 800 T€ und versprechen ihm, die Steuer auf diese Schenkung zu übernehmen. Die Steuer wäre nach Abzug des Freibetrages wie oben beschrieben 60 T€, so würde das FA 860 T€ als zugewendet ansehen und danach die Steuer berechnen. Die Steuer die nun von Ihnen zu entrichten wäre, betrüge somit jetzt 69T€ ( 860 - 400 = 460 x 15 %). Sie können erkennen, dass das sodann bei dieser Art der Berechnung rd. 2 T€ günstiger wäre.

Ich hoffe, Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
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