Diese Seiten wurden archiviert. Eine steuerrechtliche Beratung finden Sie auf den Steuerrecht Seiten von frag-einen-anwalt.de
Frage geschrieben am 22.04.2014 19:13:34

Betreff: km-Pauschale für krankheitsbedingte Fahrten einer Person, mit merkmal ''''H''''


Rechtsgebiet: Außergewöhnliche Belastungen
Einsatz: € 25.00
Status: Beantwortet
Sehr geehrte Damen/Herren,

Welche km-Pauschale kann ich in meiner Steuererklärung für krankheitsbedingte Fahrten, die ich für/mit meiner Tochter (21 Jahre), die im Schwerbehindertenausweis das Merkmal 'H' eingetragen hat, ansetzen?



Antwort geschrieben am 22.04.2014 23:28:57
Ingo Kneisel
Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld, Tel: 0521/9242021, Fax: 0521/9242020
Steuerberatung, Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Unternehmenssteuern
Bewertungen: 67 5
RSS-Feed www.frag-einen-steuerprofi.de Antworten von Ingo Kneisel als RSS-Feed abonnieren!
Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung und den von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben, möchte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sehr gerne im Nachstehenden wie folgt beantworten:

Allgemeines zu Pauschbeträgen für Behinderte:

Den Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind können Sie auf sich übertragen lassen, wenn Sie ein behindertes Kind haben, dem ein derartiger Pauschbetrag zusteht. Voraussetzung ist, dass Sie für das Kind Kindergeld und Ihr Kind den Behinderten-Pauschbetrag nicht selbst in Anspruch nimmt. Die Übertragung ist immer dann sinnvoll, wenn sich der Pauschbetrag beim Kind selbst nicht auswirkt.

Die Höhe des Pauschbetrages, den ein Behinderter nach § 33b Abs. 3 EStG für seine aussergewöhnlichen Belastungen geltend machen kann, hängt vom Grad der Behinderung ab.

45 und 50 % 570,-- €, 55 und 60 % 720,-- €, 65 und 70 % 890,-- €, 75 und 80 % 1.060,-- €, 85 und 90 % 1.230,-- €, 95 und 100 & 1.420,-- €.

Darüber hinaus gibt es einen besonderern Pauschbetrag i. H. v. 3.700,-- Euro für diejenigen Behinderten, die infolge ihrer Behinderung so hilflos sind, dass sie für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Alltagsleben ständig fremde Hilfe in erheblichem Umfang benötigen. Dazu zählen u. a. Blinde. Des Weiteren erhalten diesen besonderen Pauschbetrag behinderte Menschen unabhängig vom Grad der Behinderung, wenn in deren Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen „H" eingetragen ist.

Nun zu Ihrer eigentlichen Frage. Fahrtkosten von Behinderten können neben den o. g. Pauschbeträgen für hilflose Personen mit dem Merkzeichen „H" und Personen mit der Pflegestufe III = Pflegeschwerstbedürftige, mit 0,30 €/km, berücksichtigt werden.

Diese Personen können über die "normalen" Kosten für die durch Behinderung veranlasste unvermeidbare Fahrten auch Fahrtkosten für Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten als agB´s abziehen. Dabei muss die tatsächliche Fahrleistung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden. Eine Fahrleistung von bis zu 15.000 km/p.a. liegt lt. herrschender Meinung noch im Rahmen des Angemessenen. Bei einem Kilometersatz von 0,30 € ergibt sich ein abziehbarer Höchstbetrag von 4.500,-- € im Jahr. Aufwendungen für eine Begleitperson können ebenfalls in angemessenem Umfang geltend gemacht werden.

Ich hoffe Ihre Anfrage richtig verstanden- und ausreichend beantwortet zu haben. Sollten Rückfragen bestehen, nutzen Sie bitte gerne die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen




Ingo Kneisel
Steuerberater
vereidigter Buchprüfer

Potsdamer Str. 148a, 33719 Bielefeld
Telefon (0521) 92420-0
E-mail: info@ingo-kneisel.de
Internet: www.ingo-kneisel.de


Bewertung der Antwort vom Fragesteller

Hat Ihnen der Steuerberater weitergeholfen?

Wie verständlich war der Steuerberater?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Steuerberater?

Empfehlen Sie diesen Steuerberater weiter?
Bewertung:
Die Antwort hätte allerdings noch etwas ausführlicher sein können. Es hätte der Nachfrage bedurfte, wie alt meine Tochter oder die Person ist. Dann wäre ein Hinweis auf die Möglichkeit als gesetzlich bestellter Betreuer sinnvoll gewesen, da dann die Kosten direkt durch das jeweilige Amtsgerichtabgerechnet werden und nicht nur als Steuerersparnis mit dem persönlichen Steuersatz.

Stellungnahme vom Steuerberater:
Die Ausführungen zur Bewertungen halte ich für sehr interessant. Ich bin Steuerberater, die Frage war rein steuerlicher Natur und für den Einsatz von 25 € schon sehr ausführlich. Hier dann darüber hinaus auch noch zu erwarten, dass man für den ausgelobten Einsatz sogar noch den nicht steuerlichen Bereich mit abdeckt, ist schon sehr Anspruchsvoll.